Fishing-King unterschätzt Gefahr Wasserkraft

Flüsse in Not: Es ist 5 vor 12!

Auch wenn es nicht immer auf den ersten Blick sichtbar ist – wir Menschen sind dabei, uns selbst eine wichtige Lebensquelle abzuschneiden: unsere Flüsse und Flusslandschaften. Da wird begradigt, umgeleitet und verbaut. Besonders die angeblich so ökologische Stromgewinnung aus Wasserkraft greift empfindlich in das Öko-Geschehen ein!

Erste Quittungen haben wir schon mit wiederkehrenden Flusshochwassern bekommen. Wo früher ausgedehnte Auenlandschaften die wechselnden Wasserstände im Jahreslauf abgepuffert haben wird jetzt fast bis an die Wasserkante gebaut und verdichtet. Kein Wunder, dass sich Meldungen von Überflutungen häufen. Oft bereits nach einem einzigen Starkregenereignis.

Dramatische Folgen der Stromerzeugung aus Wasserkraft

Wie drastisch gerade die Stromgewinnung aus Wasserkraft ist, zeigt der Filmbeitrag „Sind unsere Flüsse noch zu retten?!“ in schockierender Deutlichkeit. Denn von einer ökologischen Energiegewinnung kann hier absolut keine Rede sein – auch wenn Energieversorger ihren Strom aus Wasserkraft gern mit dem Label „umweltfreundlich“ bewerben.

Wasserkraftanlagen Fischsterben

Durchgerutscht: Viele Aale und andere Fische lassen in den Wasserkraftanlagen ihr Leben.

Abertausende Fische lassen ihr Leben, weil Wasserkraftwerke ganze Flussbetten wie den Lech trockenlegen. Oder sie geraten in die Rechen oder Turbinen. Wenn sie nicht gänzlich zerfetzt werden, so erleiden sie doch schwere Verletzungen. Insbesondere Fischarten wie dem ohnehin gefährdeten Aal wird die dichte Querverbauung auf seiner Wanderung zum Verhängnis. In Deutschland gibt es nämlich über 55.000 solcher Unterbrechungen im Flusslauf. Oder anders gesagt: Alle 2 bis 5 Kilometer stoßen Fische auf Hindernisse dieser Art.

Politik in der Verantwortung
Aal zerfetzt Wasserkraftanlage

Wer unberechtigt angelt, muss mit Strafe rechnen. Doch wie sieht es mit der Verantwortung der Betreiber von Wasserkraftanlagen aus?

Die Politik kommt ihrer Verantwortung für mehr Durchlässigkeit der Gewässer nicht nach – trotz europäischer Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) oder dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz.

Auf der anderen Seite gibt es die strenge Fischereigesetzgebung: Niemand darf einfach einen Fisch angeln, sondern muss die Fischerprüfung und so seinen Fischereischein machen. Andernfalls drohen saftige Strafen. Dass aber ganze Bestände qualvoll verenden müssen, weil ihnen buchstäblich „das Wasser abgedreht wird“, ist kaum zu ertragen.

Besonders unverständlich: Viele der kleineren Anlagen sind völlig unwirtschaftlich – trotzdem wird der Bau mit Subventionen auch noch gefördert!

 

Was kannst Du tun?

Wenn du dir den Filmbeitrag oben angesehen hast, wirst Du Dich sicher fragen, wie Du helfen kannst, diesen Wahnsinn zu stoppen. Hier ein paar Vorschläge:

  • Zu wenigen Menschen ist bewusst, welche weitreichenden Folgen die vielen Wasserkraftwerke haben. Teile daher dein Wissen und sensibilisiere Deine Umwelt für dieses Thema!
  • Erkundige dich bei deinem Stromanbieter, ob dort auch Energie aus Wasserkraft einfließt und wechsele gegebenenfalls zu einem anderen, ökologischeren Anbieter.
  • Ein Einzelner wird selten gehört. Drum ist es gut, wenn du dich organisierst – etwa durch den Beitritt in einen Angelverein. Dieser ist in der Regel einem (Landes-)Fischereiverband angeschlossen. Je mehr Mitglieder, umso größer das Gewicht gegenüber der Politik.
  • Beteilige dich an entsprechenden Petitionen – etwa vom Deutschen Angelfischerverband zur fristgemäßen Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (lies hierzu auch unseren Blog „Ist uns gutes Wasser so gleichgültig?“
  • Unterstütze Aktionen wie „Catch & Carry“, die Fischen bei ihrer Wanderung helfen
  • Mache umgehend Meldung, wenn du in der Umgebung von Wasserkraftanlagen tote Fische findest.