Argefa: Prädatoren wie Kormoran und Fischotter gefährden Fischbestände

Keine Fische – Keine Fischerei!

Oder: Warum wir Angler für Erhalt und Schutz der Natur aktiv werden müssen
Eingriffe in die Gewässerlandschaft durch Wasserkraftwerke

(Foto: Daroom/pixelio.de)

Selten zuvor waren Angler mehr in der Verantwortung, sich für den Erhalt und Schutz der Umwelt und speziell der Gewässer einzusetzen. Denn nur dort, wo Fische sind, ist Fischerei überhaupt möglich. Naturschutz und die Förderung des Artenreichtums unserer Fischwelt ist für uns von Fishing-King von Anfang an ein zentrales Anliegen.

Fest steht: Die Veränderung der Gewässerlandschaft durch Menschenhand führt zu vielen Problemen. Unter anderem auch zu einer unkontrollierten Vermehrung von Fressfeinden wie des Kormorans oder Fischotters. Eine Problematik, die leider immer noch unterschätzt wird.

Kormorane haben Auswirkung auf die Fischbestände

Viele Faktoren beeinflussen die Fischbestände – insbesondere die Störung der Räuber-Beute-Beziehung. (Quelle: ARGEFA

Darum waren wir Mitte April 2018 im Rahmen der „Erlebniswelt Fliegenfischen“ in Fürstenfeldbruck bei der internationalen Runde der ARGEFA (Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer) dabei. Neben Themen wie der Wasserverbauung und Belastung durch Pestizide ist vor allem die Reduzierung der Bestände durch sogenannte Prädatoren (= Beutegreifer) wie Kormoran, Fischotter & Co. eine wachsende Herausforderung.

Noch fehlt es hier an kollektivem Bewusstsein, so dass jeder Angler gefordert ist, andere durch sein Wissen für die Problematik zu sensibilisieren.

Albert Göttle, Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer

„Ohne Fische gibt es keine Fischerei“ Prof. Dr.-Ing. Albert Götze, Präsident der ARGEFA und des Landesfischereiverbandes Bayern

In ihren Vorträgen skizzierten die Referenten die Herausforderungen und Unterschiede des Umgangs in den Ländern des Alpenraums. Mancherorts unterliegen die Prädatoren dem Naturschutzrecht, während sie anderswo unter das Jagdrecht fallen.

Initiative der Vereine ist gefragt

Beispiel Fischotter: Hier sind besonders die Angelvereine selbst gefordert,  Beweismaterial zu sammeln, um die Ausbreitung zu belegen. Zum Beispiel mit Wildkameras, die über die Fischereiabgabe finanziert werden können, sollten die Vereine belastbares Zahlenmaterial schaffen, das Forderung nach geeigneten Maßnahmen untermauert.

Dr. Sebastian Haberland„Wir brauchen Zahlen, Daten und Fakten – keine Herumrätselei oder wahllose Vermutungen“ Dr. Sebastian Hanfland, ARGEFA-Generalsekretär und Geschäftsführer des LFV Bayern

Über Studien der Ist-Situation könne dieser Herausforderung Schritt für Schritt begegnet werden, unterstrich auch Karl Gravogl, Landesfischermeister, Oberösterreichischer Landesfischereiverband. Nach der Umsetzung geeigneter Maßnahmen in Bezug auf den Fischotter sollte dann der Gänsesäger in den Fokus rücken. Dieser stellt ebenfalls einen Fischbestände gefährdenden Prädator dar. Landesfischermeister Siegfried Pilgerfsdorfer berichtete dem Podium von einer eigens zur Zählung des Gänsesägers entwickelten App.

Prädatoren wie der Fischotter gefährden die Fischbestände

Neben dem Kormoran gefährden Fischotter vielerorts die Bestände. (Foto: C.Lettau/Pixelio.de)

Ohne EU-einheitliche Regelung geht es nicht

Und auch in der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um zentrale Fragen wie: Was können wir voneinander lernen? Welche Ansätze lassen sich übertragen? Welche regionalen Besonderheiten spielen hier eine Rolle? Als wichtiges Fazit der Überlegungen stellten alle Redner heraus, dass nur EU-einheitliche Regelungen für nachhaltige Lösung sorgen werden.

Ganz wichtig: Der Tierschutz darf nicht an der Wasseroberfläche enden! Artenreichtum und Ausgewogenheit sind wichtige Faktoren für ein intaktes Ökosystem, das dem Menschen nutzt und unser aller Leben schützt. Zahlreiche gute Aktionspläne gibt es bereits seit 1996. Nun werde es höchste Zeit, dass hier Taten folgen.

Was können wir Angler beitragen?

Wir alle, die wir uns für das Angeln begeistern, können dabei helfen: Mit einfachen Mitteln können wir dafür sorgen, dass es unserer Umwelt besser geht, indem wir zum Beispiel:

  • Achtsam und umsichtig mit unseren wertvollsten Ressourcen umgehen und Vorbild sind
  • Eine starke Lobby für die Fischwelt und das Angeln bilden
  • Als Multiplikatoren das Bewusstsein für kritische Themen wie Fischprädatoren schaffen
  • Uns in Vereinen und Verbänden organisieren und engagieren

Hast du bereits Erfahrungen mit Beutegreifern am Wasser gemacht? Wie stehst du zu dem Thema? Oder wie könnten deiner Meinung nach Lösungen aussehen? Oder möchtest du mehr zum Thema wissen? Lass‘ uns gerne deinen Kommentar da!