Hubertus Massong

Wie bist du zum Angeln gekommen? Gab es Personen oder Ereignisse, die dich besonders geprägt haben?

Ich glaube, dass mir die Liebe zur Natur, zum Angeln und Jagen in die Wiege gelegt wurde, da mein Vater Jäger, Förster und Angler war. Sogar meine Mutter war Anglerin, die in ihrem Verein Angelkönigin wurde. So richtig ging es dann mit 7 Jahren los, als mein Bruder mich mit zum Schwarzangeln genommen hat. An einem See bekam mein Bruder eine Forelle an den Haken und er übergab mir die Rute. Da war es um mich geschehen. Leider hat mein Bruder diese Leidenschaft nicht entwickeln können, weshalb ich erst mal niemanden mehr zum Angeln hatte. Später bin ich dann immer in den örtlichen Angelladen gegangen und habe dort meine komplette Freizeit verbracht und habe mich an ein paar Leute gehangen. Als ich 11 Jahre alt war, habe ich dann an einem Forellenteich meinen ersten Angelmeister kennengelernt. Der hat mir dann auch das Forellenangeln sowie das Raubfisch- und Karpfenangeln am Möhnesee beigebracht. Im Alter von 16 Jahren habe ich schließlich nebenbei im Angelladen Köln/Bonn gearbeitet. Aber der entscheidende Moment war tatsächlich das Erlebnis mit meinem Bruder.

Was ist für dich das Besondere beim Angeln?

Für mich ist die Kombination aus Natur, Adrenalin, Action und dem Nervenkitzel, einen Fisch am Haken zu haben, aber nicht zu wissen, was und wie groß er ist, das Besondere am Angeln. Auf der anderen Seite bist du eins mit der Natur und kannst dich mit einem selbst gefangenen Fisch bewusst ernähren. Außerdem fängt man immer was – entweder Fisch oder neue Erfahrungen.

Welche Angelmethoden haben es dir denn besonders angetan?

Am liebsten bin ich mit der Spinnrute auf Zander oder Hecht unterwegs. Sowohl in Deutschland als auch in Holland und Spanien. Meine zweitliebste Methode ist mittlerweile das gezielte Wallerangeln mit der Spinnrute. Ich mag es aber auch, ganz einfach mal auf Aal zu angeln oder am Forellensee mit Spirolino und Tremarella zu angeln. Ich bin da eher der Allrounder. Außerdem bin ich total gerne mit der Fliegenrute auf Forelle und Barben unterwegs. Ich passe mich bei meinen Methoden eigentlich immer der jeweiligen Jahreszeit an.

Was war dein schönstes Erlebnis am Wasser?

Die Frage ist schwierig zu beantworten, da es eigentlich immer schön ist, wenn man am Wasser ist und einen Fisch fängt – egal ob groß oder klein. Oder wenn man denkt, es geht nichts mehr und plötzlich steigt ein Fisch ein. Aber mein sicherlich bestes Erlebnis war der Fang meines ersten deutschen Welses mit der Spinnrute – 2,22m. Das Video findet man zukünftig auch auf dem YouTube-Chanel von „ich geh angeln“.

Genauso geil war der Fang eines Welses in Spanien mit genau 2m, nachdem ich erst zwei Tage vorher ein richtiges Brett verloren habe.

Außerdem muss ich noch meine beiden Zander von 87cm und 80cm erwähnen, die ich innerhalb von nur einer Stunde beim Angeln mit Köderfisch an der Pose an einem großen Stausee überlisten konnte. Danach habe ich vor Freude über den ganzen See gebrüllt. Das werde ich nie wieder vergessen.

Gab es denn auch Erlebnisse am Wasser, an die du dich nicht so gern erinnerst?

Es gibt ein Erlebnis, bei dem ich mich immer wieder frage „was wäre gewesen, wenn…“ Das war beim Angeln in Spanien, als mir ein Wels von über 2,3m auf die Zanderrute eingestiegen ist und dieser Gigant nach über 3 Stunden Drill ausgestiegen ist. Wir haben den Fisch zwischenzeitig sogar schon am Boot sehen können und ich hab mich vor meinem inneren Auge schon mit dem Fisch auf dem Foto gesehen. Der Drillling ist einfach rausgegangen. Nach 3 Stunden Drill ! Wir sind dem Fisch ständig hinterher gefahren, ich habe mir den übelsten Sonnenbrand geholt und dann das… .Weg war er.

Ansonsten sind schon einige Handys im Wasser gelandet. Da dies aber immer in der Verbindung mit einem Fischfang passiert ist, war es das Wert.

Welche Frage beim Angelschein hat dich damals besonders genervt?

Mich haben vor allem die Fragen genervt, bei der es um die Anzahl der Eier pro Kg Körpergewicht bei einem Fisch, z.B. Hecht oder Karpfen geht. Das konnte ich mir nur ganz schlecht merken, da es hierzu nirgends vernünftige Tipps gab – weder in einem Buch, noch in meinem schlechten Vorbereitungskurs damals.

Mittlerweile haben wir das in unserer Onlineakademie durch eine Eierpyramide gut und einfach dargestellt. Mir ging das einfach so auf den Keks, dass ich das für unsere Kunden unbedingt anders machen wollte.

Hast du einen guten Tipp für alle, die sich auf die Fischerprüfung vorbereiten?

Da habe ich sogar zwei gute Tipps.

Zum einen die so genannte Brad- Pitt- Lerntechnik. Ich habe mal ein Interview von ihm gelesen und er hat beschrieben, wie er Filmtexte lernt. Er liest sich die Texte immer wieder in verschiedenen Szenarien durch und nimmt sie überall mit hin, z.B. auf eine Party, beim Frühstück, auf dem Laufband oder sogar eingeschweißt mit unter die Dusche. Bestimmte Dinge müssen einfach immer wieder wiederholt werden.

Da spanne ich direkt auch den Bogen zum zweiten Tipp, der den ersten Tipp unterstützt. Mit Hilfe unserer App oder auch unserer Onlineakademie kann man nahezu überall lernen. So kann man zum Beispiel morgens beim Frühstück jeden Tag 5 Fische üben oder sich abends auf einer Party von Freunden abfragen lassen. Das lockert auf, man spricht drüber und bleibt fit.

Welches anglerische Ziel möchtest du in deinem Leben noch erreichen?

Mein Ziel ist es, überall auf der Welt mal geangelt zu haben und die ganze Welt zu bereisen. Costa Rica, Indien, Kuba… . Mit allen möglichen Techniken und Methoden. Außerdem möchte ich vor allem viele Menschen für das beste Hobby der Welt begeistern und viele neue Angelfreunde kennenlernen.

Jetzt noch ein paar Standard- Fragen, die du wie aus der Pistole geschossen beantworten musst…

Lieblingsköder?

Gummifisch

Lieblingsfisch beim Angeln?

Zander, Aal und Hecht

Lieblingsfisch in der Küche?

Forelle

Lieblingsgewässer?

Ostsee, Rursee, Rhein

Angeltage im Jahr?

ca. 120, allerdings meistens nur für ein bis zwei Stunden