Forellenangeln an der Oberfläche

Forellenfang an der Oberfläche

  • von Nico Ptak

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Die Skizze einer Pilotkugel- Montage. (Grafik: Nico Ptak)

Jeder Angler, der im Sommer häufiger am Forellenteich aktiv ist, wird solche Situationen kennen: Man fischt wie immer mit der Posenmontage und der guten, alten Made auf Forellen. Die Forellen jedoch rotten sich zu einem Schwarm zusammen und attackieren die rotgefärbte Pose mehrfach an der Oberfläche. Zuerst einmal stellt man sich die Frage, warum dies so ist. Hier eine kleine physikalische Exkursion. Salmoniden, so auch die Forelle, sind sauerstoffliebende, wechselwarme Lebewesen, deren Aktivität von der Temperatur abhängt. Sauerstoff wird im Wasser bei kälteren Temperaturen stärker absorbiert und damit gebunden. Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich jedoch das Wasser von der Oberfläche an. Kaltes Wasser, schwerer als Warmes (Dichteanomalie), sinkt in tiefere Bereiche ab. Da Forellenteiche jedoch meist nur wenige Meter tief sind, bildet sich eine sauerstoffreiche Sprungschicht nicht aus. Das Wasser ist gleichmäßig durchmischt. Die Forellen benötigen durch oberflächliche Lufteindüsung jedoch zusätzlichen Sauerstoff, da im warmen Wasser weniger gebunden ist. Schlamm am Grund ist bei warmen Temperaturen durch aerobe Bakterien sauerstoffzehrend. Die Forellen konzentrieren sich in den oberen Schichten und sind durch die Wärme sehr aktiv auf Nahrungssuche. Wird nicht genug Sauerstoff zugeführt oder steigt die Wassertemperatur weiter an, fällt der Sauerstoffgehalt des Teichwassers ab und die Forellen stellen die Nahrungsaufnahme ein. Nun stellt sich aber jeder Angler die Frage, wie er mit seinem Köder so weit unter die Oberfläche gelangt. Eine normale Pose mit wenigen Zentimetern Vorfach hat eher eine abschreckende Wirkung. Hier bietet sich die Pilotkugelmontage an. Über eine mit Wasser füllbare Wasserkugel zur Beschwerung wird eine vorgeschaltete Pilotkugel (hier rot/gelb) direkt auf dem Vorfach montiert. Diesem folgt der Haken (ca. 50 -100cm entfernt). Durch ein Stückchen Styropor oder Luftinjektion mittels Spitze kann nun die Made oder der Wurm zum Auftreiben gebracht werden. Dies imitiert ein ins Wasser gestürztes Insekt und wird von der Forelle selten verschmäht.

Die Pilotkugel hat so wenig Widerstand, dass die Forelle nichts von der Falle merkt. Als Alternative eignen sich auch Heuschrecken, die auf natürliche Weise auftreiben, als Köder im Sommer. Sind die Forellen sehr räuberisch und aktiv, kann man auch mittels Spirolinomontage versuchen, knapp unterhalb der Oberfläche mit Powerbait (Forellenteig) geschleppt Erfolg zu haben. Dabei wird ein schwimmender Spirolino verwendet. Dem ist ein Dreifachwirbel vorgeschaltet und ein ca. 1,5-2 m langes Vorfach ohne Bebleiung.  Zu einem Rotor geformt, rotiert der Teigköder wie ein Spinner und sollte durch den Schwarm geführt auf Sicht die Forellen fangen. Die Hakengrößen sollten sich zwischen 8 und 14 bewegen. Die Vorfachdicke sollte bei 0,12 bis 0,20mm liegen, die Wirbelgröße bei 1. Läuft der Köder bis zur Oberfläche durch den physikalischen Auftrieb bei Rotation, so ist ein kleines Schrotblei vorzuschalten.

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Die Montage im Überblick. Wegen der Rotation des Teigs muss ein Dreifachwirbel vorgeschaltet sein. (Grafik: Nico Ptak)

 

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