Multirolle
- Angelausrüstung & Zubehör
Die Multirolle sitzt oben auf der Rute, und ihre Spule dreht sich beim Wurf mit. Die Schnur wird dabei gerade über die Mittelachse abgezogen. Auf dem amerikanischen und dem skandinavischen Markt sind Multirollen weit verbreitet, im deutschsprachigen Raum haben sie sich lange nicht durchgesetzt.
Was unterscheidet sie von der Stationärrolle?
Bei der Stationärrolle wird die Schnur im rechten Winkel über das Schnurlaufröllchen umgelenkt. Bei schweren Ködern lastet auf diesem Knick viel Druck, und der obere Rollenaufbau kann sich unter starkem Zug sichtbar verformen. Die Multirolle kennt diese Umlenkung nicht — sie leitet die Kraft gerade über die Hauptachse.
Wann lohnt sich eine Multirolle?
- Bei sehr schweren Ködern, etwa Jerkbaits mit 100 bis 200 Gramm
- Beim Meeresangeln, weil auf ihre Spule viel mehr Schnur passt, ohne dass die Rolle riesig und schwer wird
- Beim Bootsangeln in tiefem Wasser, wo Du direkt unter der Rutenspitze fischst
- Wenn Robustheit zählt — Multirollen gehen nicht so leicht kaputt
Worauf musst Du beim Werfen achten?
Weil die Spule mitdreht, kann sie beim Wurf schneller drehen, als Schnur abläuft. Dann entsteht ein Schnurgewirr auf der Spule. Du bremst die Spule deshalb mit dem Daumen ab. Magnetbremsen unterstützen Dich dabei, ersetzen die Übung aber nicht. Zum Spinnfischen ist die Multirolle darum keine Einsteigerempfehlung.
