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Grinner-Knoten binden: So geht's

Der Grinner-Knoten ist ein vielseitiger Angelknoten zum Befestigen von Wirbeln, Karabinern, Ösenhaken und Kunstködern an der Angelschnur.
Grinner-Knoten binden: So geht's

Auf einen Blick

Schnurtypen
Monofil, Fluorocarbon und Geflecht
Schnurende zum Üben
etwa 15 bis 20 Zentimeter
Wicklungen bei Monofil
häufig fünf bis sechs
Wicklungen bei dünnem Geflecht
meist sieben bis zehn
Vor dem Einsatz
anfeuchten und mit einem kräftigen Zugtest prüfen

Zum Binden führst du das Schnurende durch die Öse, legst es parallel zur Hauptschnur zurück und formst eine Schlaufe. Anschließend wickelst du das Ende mehrfach innerhalb dieser Schlaufe um beide Schnurstränge. Nach dem Anfeuchten ziehst du die Wicklungen zu einem kompakten Knoten zusammen und schiebst ihn kontrolliert bis an die Öse.

Der Grinner-Knoten lässt sich mit monofiler Schnur, Fluorocarbon und vielen geflochtenen Schnüren binden. Die passende Anzahl der Wicklungen hängt von Schnurmaterial, Durchmesser und Oberflächenbeschichtung ab.

In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du den Grinner-Knoten sauber bindest und zuverlässig prüfst.

Was ist der Grinner-Knoten?

Der Grinner-Knoten ist ein sogenannter Ösenknoten. Er verbindet eine Angelschnur mit einem Bauteil, das eine geschlossene Öse besitzt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Wirbel
  • Karabiner
  • Ösenhaken
  • Jigköpfe
  • Kunstköder mit geschlossener Öse

Der Knoten wird zunächst ein Stück vor der Öse gebildet. Erst danach ziehst du ihn zusammen und lässt ihn bis an das Metallteil gleiten.

Der einfache Grinner-Knoten darf nicht mit dem doppelten Grinner-Knoten verwechselt werden. Der einfache Grinner befestigt die Schnur an einer Öse. Der doppelte Grinner verbindet zwei Schnüre miteinander.

Wann ist ein anderer Knoten sinnvoller?

Der Grinner-Knoten ist vielseitig, aber nicht für jede Verbindung automatisch die beste Wahl.

Möchtest du zwei Schnüre miteinander verbinden, benötigst du den doppelten Grinner-Knoten oder einen anderen Verbindungsknoten wie Blut-, Albright- oder FG-Knoten.

Bei sehr dicker und steifer Schnur solltest du zusätzlich prüfen, ob sich der Knoten vollständig und sauber zuziehen lässt. Bleiben die Wicklungen locker, ist eine andere Verbindung geeigneter.

Für welche Angelschnur eignet sich der Grinner-Knoten?

Monofile Schnur

Mit monofiler Angelschnur lässt sich der Grinner-Knoten besonders gut binden. Das Material ist griffig und besitzt etwas Dehnung.

Bei durchschnittlicher Monofilschnur sind meist fünf bis sechs Wicklungen ein sinnvoller Ausgangspunkt.

Fluorocarbon

Auch Fluorocarbon eignet sich grundsätzlich für den Grinner-Knoten.

Da Fluorocarbon häufig steifer als gewöhnliche Monofilschnur ist, müssen die Wicklungen sauber nebeneinanderliegen. Ziehe den Knoten langsam und vollständig zusammen.

Bei dickem Fluorocarbon können weniger Wicklungen genügen, sofern der Knoten sauber sitzt und den Zugtest besteht.

Geflochtene Schnur

Der Grinner-Knoten kann mit vielen geflochtenen Schnüren verwendet werden. Geflecht ist jedoch meist glatter und besitzt kaum Dehnung.

Deshalb sind bei dünnem Geflecht häufig mehr Wicklungen erforderlich. Sieben bis zehn Wicklungen sind ein sinnvoller Ausgangspunkt.

Eine bestimmte Wicklungszahl garantiert keine sichere Verbindung. Prüfe den fertigen Knoten immer mit einem kräftigen Zugtest. Rutscht er oder verändert sich das Wicklungspaket, musst du ihn neu binden oder einen geeigneteren Knoten wählen.

Muss die Schnur doppelt durch die Öse geführt werden?

Beim klassischen Grinner-Knoten wird das Schnurende einmal durch die Öse geführt.

Ein zweiter Durchgang durch die Öse ist eine mögliche Abwandlung, gehört aber nicht zwingend zum Grundaufbau. Er sollte nicht pauschal als tragfähiger oder sicherer dargestellt werden.

Ob eine doppelte Durchführung sinnvoll ist, hängt unter anderem von folgenden Punkten ab:

  • Größe der Öse
  • Schnurdurchmesser
  • Schnurmaterial
  • Form und Oberfläche der Öse
  • sauberer Sitz des Knotens

Für eine leicht nachvollziehbare Standardanleitung wird die Schnur in diesem Artikel einmal durch die Öse geführt.

Video-Anleitung: Grinner-Knoten binden

Grinner-Knoten binden: Anleitung in 6 Schritten

Lass für die ersten Versuche etwa 15 bis 20 Zentimeter Schnurende überstehen. Dadurch kannst du die Schlaufe und Wicklungen leichter greifen.

Schritt 1: Schnur durch die Öse führen

Führe das Schnurende einmal durch die Öse des Wirbels, Karabiners, Hakens oder Kunstköders.

Ziehe ungefähr 15 bis 20 Zentimeter Schnur hindurch.

Achte darauf, dass die Öse keine scharfen Kanten oder Beschädigungen besitzt. Auch ein sauber gebundener Knoten kann an einer rauen Metallkante geschwächt werden.

Schritt 2: Schnurende parallel zurücklegen und Schlaufe formen

Lege das freie Schnurende parallel zur stehenden Hauptschnur zurück.

Halte beide Schnurstränge einige Zentimeter oberhalb der Öse zwischen Daumen und Zeigefinger fest.

Führe das freie Schnurende zurück in Richtung Öse und bilde dadurch eine größere Schlaufe.

Das Schnurende liegt nun über den beiden parallel verlaufenden Schnursträngen.

Halte den Kreuzungspunkt der Schlaufe mit den Fingern fest, damit sich die Form beim Wickeln nicht verändert.

Schritt 3: Schnurende innerhalb der Schlaufe wickeln

Führe das freie Schnurende mehrfach durch die Schlaufe. Dabei wickelt es sich um beide parallel liegenden Schnurstränge.

Als Richtwert gelten:

  • Monofil: meist fünf bis sechs Wicklungen
  • Fluorocarbon: ungefähr vier bis sechs Wicklungen
  • dünnes Geflecht: häufig sieben bis zehn Wicklungen

Die Wicklungen müssen sauber nebeneinanderliegen. Sie dürfen sich nicht überkreuzen oder übereinanderschieben.

Schritt 4: Knoten anfeuchten und vorziehen

Feuchte die Knotenstelle mit Wasser oder etwas Speichel an.

Ziehe vorsichtig am kurzen Schnurende. Dadurch legt sich die Schlaufe um die beiden Schnurstränge und bildet ein kompaktes Wicklungspaket.

Der Knoten befindet sich zunächst noch ein Stück vor der Öse. Ziehe ihn nicht ruckartig fest. Kontrolliere zuerst, ob alle Wicklungen sauber liegen.

Schritt 6: Knoten an die Öse schieben und festziehen

Halte das Metallteil fest und ziehe langsam an der stehenden Hauptschnur.

Das angefeuchtete Knotenpaket gleitet dadurch bis an die Öse. Ziehe anschließend kontrolliert am kurzen Ende und an der Hauptschnur, bis der Knoten vollständig sitzt.

Führe danach einen kräftigen Zugtest durch.

Schneide das überstehende Schnurende erst nach bestandener Prüfung ab. Lasse bei Monofil oder Fluorocarbon ungefähr zwei Millimeter stehen. Bei glattem Geflecht kann eine etwas größere Reserve sinnvoll sein.

Wie viele Wicklungen braucht der Grinner-Knoten?

Die passende Anzahl richtet sich nach Durchmesser, Material und Oberfläche der Schnur.

Schnurmaterial Richtwert
dickere Monofilschnur 4 bis 5 Wicklungen
durchschnittliche Monofilschnur 5 bis 6 Wicklungen
Fluorocarbon meist 4 bis 6 Wicklungen
stärkeres Geflecht etwa 6 bis 8 Wicklungen
dünnes oder glattes Geflecht häufig 7 bis 10 Wicklungen

Die Tabelle ist eine Orientierung und keine Tragkraftgarantie.

Zu wenige Wicklungen können das Rutschen begünstigen. Zu viele Wicklungen können bei steifer oder dicker Schnur verhindern, dass sich der Knoten sauber zusammenzieht.

Teste eine neue Schnurkombination deshalb immer vor dem ersten Einsatz.

Grinner-Knoten richtig festziehen

Ein sauberer Bindevorgang kann beim falschen Festziehen trotzdem beschädigt werden.

Gehe deshalb in dieser Reihenfolge vor:

1. Prüfe die Lage der Wicklungen.

2. Feuchte den gesamten Knoten an.

3. Ziehe vorsichtig am kurzen Schnurende.

4. Forme ein kompaktes Wicklungspaket.

5. Ziehe langsam an der Hauptschnur.

6. Lasse den Knoten kontrolliert bis zur Öse gleiten.

7. Ziehe Hauptschnur und kurzes Ende abschließend fest.

8. Führe einen Zugtest durch.

9. Kürze das Schnurende.

10. Prüfe die Verbindung erneut.

Ruckartiges Festziehen kann Wicklungen verschieben und durch Reibung das Schnurmaterial belasten.

Grinner-Knoten oder Clinch-Knoten?

Beide Knoten befestigen eine Schnur an einer Öse.

Der Clinch-Knoten ist schnell zu lernen und besonders bei monofiler Schnur verbreitet. Bei Geflecht ist er nur eingeschränkt geeignet.

Der Grinner-Knoten lässt sich flexibler an unterschiedliche Schnurmaterialien anpassen. Dafür benötigt er etwas mehr Platz beim Binden und muss kontrolliert zur Öse geschoben werden.

Praxistipps

Übe den Grinner-Knoten zunächst mit etwas stärkerer Monofilschnur und einer großen Wirbelöse. So erkennst du Schlaufe und Wicklungen leichter.

Kontrolliere den Knoten während des Angelns regelmäßig. Nach Hängern, intensiven Drills oder Kontakt mit Steinen und Muscheln solltest du die angrenzende Schnur auf raue oder gequetschte Stellen prüfen.

Beschädigtes Material muss abgeschnitten und neu angeknotet werden. Damit reduzierst du vermeidbare Abrisse und das Risiko, dass ein Fisch mit Haken oder Köder verloren geht.

Das brauchst du zum Üben

Zum Üben benötigst du:

  • ein Stück Angelschnur
  • einen Wirbel, Karabiner oder Ösenhaken
  • eine scharfe Angelschere oder einen Schnurknipser

Für die fertige Montage müssen Schnur, Tragkraft und Zubehör zur Angelmethode und zum Zielfisch passen.

Passende Schnüre, Wirbel, Karabiner und Werkzeuge findest du im Fishing-King Shop.

Fazit: Vielseitiger Ösenknoten für verschiedene Schnüre

Der Grinner-Knoten eignet sich zum Befestigen von Wirbeln, Karabinern, Ösenhaken und Kunstködern.

Du führst die Schnur durch die Öse, bildest eine Schlaufe und wickelst das Ende mehrfach um beide Schnurstränge. Danach wird der Knoten angefeuchtet, vorgezogen und kontrolliert bis an die Öse geschoben.

Bei Monofil reichen häufig fünf bis sechs Wicklungen. Dünnes Geflecht benötigt meist mehr. Entscheidend sind saubere Wicklungen, langsames Festziehen und ein kräftiger Zugtest.

Häufige Fehler beim Grinner-Knoten

Besonders dünnes Geflecht kann bei zu wenigen Wicklungen rutschen. Passe die Wicklungszahl an das Material an und kontrolliere den Knoten unter Zug.

Übereinanderliegende Wicklungen verteilen die Belastung ungleichmäßig. Lässt sich das Wicklungspaket nicht sauber ausrichten, solltest du den Knoten öffnen und neu binden.

Eine sehr kleine Schlaufe erschwert die Wicklungen und kann dazu führen, dass einzelne Durchgänge übereinanderliegen. Lass beim Üben ausreichend Platz.

Trockenes Zuziehen erzeugt Reibung. Dadurch können besonders Monofil und Fluorocarbon geschwächt werden. Feuchte den Knoten vor dem endgültigen Festziehen an.

Der Grinner-Knoten sollte kontrolliert bis an die Öse gleiten. Ein ruckartiges Herunterziehen kann Wicklungen verschieben oder quetschen.

Schneide den Überstand nicht direkt am Knoten ab. Eine kleine Reserve bietet Sicherheit, falls sich der Knoten unter der ersten Belastung noch geringfügig setzt.

Raue oder scharfkantige Ösen können die Schnur beschädigen. Prüfe Wirbel, Karabiner, Haken und Köderösen vor dem Anknoten.

Die optische Kontrolle allein reicht nicht aus. Der Knoten muss unter kräftigem, kontrolliertem Zug stabil bleiben und darf nicht rutschen.

FAQ zum Grinner-Knoten

Mit dem Grinner-Knoten befestigst du Angelschnur an einer geschlossenen Öse, beispielsweise an einem Wirbel, Karabiner, Ösenhaken oder Kunstköder.

Ja. Der Aufbau ist gut nachvollziehbar, erfordert aber etwas Übung beim Formen und Herunterschieben des Wicklungspakets.

Bei Monofil sind meist fünf bis sechs Wicklungen sinnvoll. Dünnes oder glattes Geflecht kann sieben bis zehn Wicklungen benötigen.

Ja, er kann mit vielen geflochtenen Schnüren verwendet werden. Wegen der glatten Oberfläche sind meist zusätzliche Wicklungen und ein besonders sorgfältiger Zugtest nötig.

Ja. Die Wicklungen müssen sauber liegen und der Knoten langsam festgezogen werden. Bei sehr dickem Fluorocarbon kann eine andere Verbindung geeigneter sein.

Nein. Beim klassischen Grinner-Knoten wird die Schnur einmal durch die Öse geführt. Ein doppelter Durchgang ist eine mögliche Variante, aber kein notwendiger Standardschritt.

Ja. Das Anfeuchten verringert die Reibung und unterstützt ein kontrolliertes Zusammenziehen.

Der einfache Grinner-Knoten verbindet eine Schnur mit einer Öse. Der doppelte Grinner-Knoten verbindet zwei Schnüre miteinander.

Bei Monofil oder Fluorocarbon solltest du ungefähr zwei Millimeter stehen lassen. Bei glattem Geflecht kann etwas mehr Reserve sinnvoll sein.

Das hängt von Schnurmaterial, Durchmesser und Anwendung ab. Der Grinner-Knoten ist häufig vielseitiger, während der Clinch-Knoten bei Monofil besonders einfach zu binden ist.

Begriffe in diesem Artikel

Hauptschnur
Die Schnur auf der Rolle — sie verbindet Rute und Montage und trägt die gesamte Last beim Drill.
Fluorocarbon
Schnurmaterial, das das Licht ähnlich bricht wie Wasser und dem Fisch deshalb weniger auffällt. Vor allem als Vorfach im Einsatz.
Geflochtene Schnur
Aus vielen Fasern geflochten, nahezu dehnungsfrei und bei gleicher Tragkraft dünner als monofile Schnur. Jeder Kontakt kommt direkt an der Rute an.