Das erste Mal am Forellensee: Was Einsteiger wissen müssen

Der Forellensee auf einen Blick
- Gewässertyp
- Put-and-take-SeeFische werden besetzt, damit du sie fängst und mitnimmst
- Tageskarte
- rund 15 bis 40 Eurogerechnet auf zwei bis drei Forellen; je nach Angebot 50, 60 oder 70 Euro, etwa für 24 Stunden; an Kiloteichen wird der Fang nach Gewicht berechnet
- Zielfische
- Forelle, Saibling, Störauch Welse werden besetzt; ein Barsch als Beifang ist möglich, aber selten
- Voraussetzung
- Fischereischeindie Bestimmungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland
- Pflicht am Wasser
- Kescher und Unterlageaußerdem Betäuber, Messer und Zange
Was ein Forellensee ist
In einem Forellensee werden Fische eingesetzt, die du gegen eine Gebühr fängst und für die Küche mitnimmst. Die Tageskarte kostet mehr als an einem freien Gewässer, dafür steht deutlich mehr Fisch im Wasser. Für den ersten eigenen Angeltag ist das ein Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit, nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren, ist hoch.
Am Forellensee nimmst du mit, was du fängst
Ein Forellensee ist ein Put-and-take-See: Besetzte Fische fängst du, versorgst sie waidgerecht und nimmst sie zum Essen mit.
Meist werden Forellen eingesetzt. Zunehmend findest du in solchen Seen auch afrikanische oder europäische Welse und Störe. Für das Angeln bezahlst du zu Beginn des Tages eine Gebühr. Sie liegt häufig über der Gebühr an einem freien Gewässer, dafür befindet sich in der Regel mehr Fisch im Wasser.
Für zwei bis drei Forellen kostet die Karte rund 15 bis 40 Euro. Je nach Angebot können es 50, 60 oder 70 Euro sein, etwa für eine 24-Stunden-Karte. An Kiloteichen wird dein Fang gewogen und nach Gewicht berechnet.
Der Fischereischein bleibt die Grundlage
Zum Fischen in Deutschland brauchst du grundsätzlich einen Fischereischein. Verlasse dich nicht auf das Gerücht, am Forellensee sei kein Angelschein nötig: Die Bestimmungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Prüfe die Regelung am jeweiligen See.
Vor dem ersten Wurf: Regeln und Platzwahl
Wie viel Auswahl du beim Platz hast, entscheidet sich, bevor du am Wasser stehst: Am Wochenende sind die Seen oft voll, und wer einen der besseren Plätze will, ist dort schon um sechs oder sieben Uhr. Unter der Woche kannst du dir den Platz meist in Ruhe aussuchen — und dann lohnt es sich zu wissen, worauf du dabei achtest.
Die Seeregeln gelten vor dem ersten Wurf
Die Vorgaben unterscheiden sich von See zu See erheblich. Manchmal bekommst du ein ausgedrucktes Dokument, manchmal erfolgt die Einweisung mündlich. An anderen Anlagen hängt die Seeregel gut sichtbar am Zaun. Lies sie vor dem Aufbau und schaue im Zweifel noch einmal nach.
Kläre dabei vor allem diese Punkte:
- Sind nur Einzelhaken und widerhakenlose Schonhaken erlaubt? Dann tauschst du den Drilling vorher aus.
- Wie viele Ruten darfst du verwenden?
- Welche Köder sind zugelassen? Spoons und Blinker sind vielerorts sehr fängig, Kunstköder aber nicht überall erlaubt.
- Darfst du anfüttern? Meist ist das verboten.
- Gibt es eine Fangbegrenzung, ist der Fang bezahlt oder wird er gewogen und zusätzlich berechnet?
Smartphone und Seeseite führen dich ans Wasser
Einen Forellensee in deiner Nähe findest du ganz einfach über die Suchmaschine auf deinem Smartphone. Gib „Forellensee“ ein und klappere die Ergebnisse in deiner Umgebung ab. Auf der Website des Sees stehen häufig bereits die Bedingungen und Informationen zur Angelkarte.
Die Navigation bringt dich anschließend ans Gewässer. Vor Ort erfährst du, was du benötigst, wie viel du bezahlen musst und wo du die Lizenz bekommst.
Kläre die Abrechnung, bevor du angelst
Gerade die Abrechnung kann sonst teuer überraschen. Vielleicht kostet die Karte zehn Euro und du fängst 30 Fische. Werden sie anschließend gewogen, können am Ende plötzlich 120 Euro auf der Uhr stehen. Frage deshalb lieber einmal mehr nach.
Rücksicht bringt Ruhe und manchmal den besten Tipp
Lass beim Anstellen genug Platz nach links und rechts und gehe deinen Nachbarn nicht auf die Nerven. Wirf nicht über fremde Schnüre. Bei Wind ist ein kürzerer, kontrollierter Wurf besser als ein weiter Wurf mitten durch die Montagen der anderen.
Respektiere die Privatsphäre am Wasser, aber scheue ein vorsichtiges Gespräch nicht. Viele Angler erzählen gern, was bereits gebissen hat und welcher Köder funktioniert. So bekommst du Informationen über den See, die du dir allein deutlich mühsamer erarbeiten müsstest.
Bleibe dabei sportlich. Wirf nicht genau dorthin, wo bereits jemand fischt, und bringe nicht mehrere Schnüre durcheinander. Bewahre Contenance und fische an deinem Platz weiter.
Ein guter Dialog mit den Anglern am See hilft dir immer ein Stück weiter.Jörg
Der Wind im Gesicht bringt Nahrung ans Ufer
Bei wenig Betrieb wählst du den Platz frei. Am Wochenende sind Forellenseen oft rappelvoll; unter der Woche ist es entspannter.
Bei starkem Wind ist die unbequeme Seite meist die bessere: Stelle dich dorthin, wo dir der Wind ins Gesicht bläst. Er drückt Nahrung ans Ufer, und dort halten sich dann auch Forellen und andere Fische auf. Wind im Rücken fühlt sich angenehmer an, bringt dich aber nicht unbedingt an den Fisch.
Auch Einläufe und durchströmende Bachläufe sind gute Plätze, sofern diese Bereiche nicht gesperrt sind. Im Sommer lohnt sich außerdem die Nähe eines Belüfters, weil das Wasser dort mehr Sauerstoff enthält.
Abgesperrte Bereiche sind tabu
Halte dich unbedingt von Netzbegrenzungen und Markierungen im Wasser fern. Sie sperren häufig Bereiche ab, in denen Fische gehältert werden. Wer diese Grenzen missachtet, hat schnell Hausverbot.
Drei Methoden, die am Forellensee fangen
Für den Einstieg eignen sich Spinnfischen, Grundangeln und Posenangeln. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie aktiv du bist: Beim Spinnfischen läufst du das Ufer ab und suchst die Fische, bei den beiden anderen sitzt du hinter der Rute und wartest, bis sich etwas tut.

Eine leichte Spinnrute hält dich beweglich
Montiere an einer leichten Spinnrute einen kleinen Spinner. Falls daran ein Drilling sitzt und die Seeregel nur Einzelhaken zulässt, tauschst du ihn vor dem Angeln aus.
Bei geflochtener Hauptschnur verwendest du ein transparentes Vorfach aus Nylon oder Fluorocarbon. Fluorocarbon ist für das Fischauge unter Wasser kaum sichtbar und besitzt etwas Dehnung.
Forellen haben ein weiches Maul. Stelle die Rollenbremse deshalb lieber etwas weicher ein, damit der Fisch im Drill nicht ausschlitzt. Du kannst die Bremse während des Drills noch etwas zudrehen, aber nicht zu stark.

Auftreibende Köder machen die Grundmontage fängig
Eine einfache Grundmontage besteht aus Bodenblei und Vorfach. Besonders gut eignen sich Köder, die etwas über dem Grund auftreiben: spezieller Forellenteig oder eine Bienenmade, bei Bedarf mit etwas Styropor für zusätzlichen Auftrieb. Fängig war die Kombination aus einer Bienenmade und einem künstlichen Wurm.
Eine etwa zweieinhalb bis drei Meter lange Rute, eine Stationärrolle und eine 10er geflochtene oder 20er monofile Schnur reichen für diese Methode aus. Danach kannst du dich hinter die Rute setzen, etwas trinken und warten, bis sich etwas tut.
Die Pose ist der Klassiker für Einsteiger
Das Posenangeln auf Forellen ist sehr populär und vielleicht die klassische Einsteigermethode am Put-and-take-See.

Das gehört an den Forellensee
Für die drei Methoden brauchst du eine passende Rute, Rolle, Schnur und Köder. Kescher, Unterlage, Betäuber und Messer gehören zur waidgerechten Versorgung des Fangs.
Das gehört an den Forellensee
- Leichte Spinnrutefür kleine Spinner und aktives FischenRute
- Rute von zweieinhalb bis drei Meternfür die GrundmontageRute
- StationärrolleRolle
- 10er geflochtene oder 20er monofile SchnurSchnur
- Transparentes Vorfach aus Nylon oder Fluorocarbonwenn geflochtene Schnur auf der Rolle liegtVorfach
- Einzelhaken statt Drillingan vielen Seen Vorschrift, oft zusätzlich widerhakenlosHaken
- Kleiner SpinnerKöder
- Forellenteig oder Bienenmadeauftreibend serviert, bei Bedarf mit etwas StyroporKöder
- Kescher mit langem Stielgummiertes Netz schont den Fisch und verhindert, dass sich Haken verfangenLandung
- Abhakmatte oder Gummiunterlageder Fisch wird darauf abgelegt, bevor er versorgt wirdVersorgung
- Fischtöter oder Betäuberfür die Schläge auf den KopfVersorgung
- Messer für Herzstich oder KiemenrundschnittVersorgung
- Maßbandan Vereins- und offenen Gewässern vorgeschrieben, am Forellensee meist entbehrlichRecht
Den Fang versorgen
Nach dem Biss folgen Drill, Landung und die waidgerechte Versorgung. Ein Stör verrät sich anders als eine Forelle; für jeden Fang gilt danach dieselbe sorgfältige Reihenfolge.
Gleichmäßiger Schnurzug verrät den Stör
Ein Stör zieht häufig Meter für Meter gleichmäßig Schnur. Warte mit dem Anschlag, bis es einmal kurz ruckt und sich die Schnur strafft. Steigen draußen Blasen auf, befindet sich ein Fisch in der Nähe.
Nicht jeder Biss bringt die erwartete Art. An einem wenig besuchten Tag fing Jörg neben zwei Forellen auf einen kleinen Twister einen schönen Barsch, den du am Forellensee nicht alle Tage erwischst. Mit den gefangenen Fischen war das Abendbrot jedenfalls gesichert.

Kescher und Unterlage gehören zur Versorgung
Ein Kescher mit langem Stiel ist am Forellensee Pflicht. Forellen sind kampfstark, springen und wehren sich kräftig. Zugleich fallen viele Ufer steil ab, sodass du schlecht bis ans Wasser kommst. Ein gummiertes Netz schont den Fisch und verhindert, dass sich Haken so leicht darin verfangen.
Lege den gelandeten Fisch zuerst auf eine Abhakmatte oder eine Gummiunterlage. Danach folgt die waidgerechte Versorgung.
So versorgst du den Fang waidgerecht
Betäuben
Setze zwei oder drei harte Schläge auf den Kopf. Ob die Betäubung sitzt, zeigt der Augendrehreflex: Legst du den Fisch auf die Seite, dreht das Auge starr mit und zeigt nach oben. Richtet es sich stattdessen wieder waagerecht aus, ist der Fisch noch nicht ausreichend betäubt — dann setzt du nach.
Herzstich oder Kiemenrundschnitt setzen
Der Herzstich sitzt zwischen den Brustflossen. Beim Kiemenrundschnitt durchtrennst du die Kiemenbögen und führst die Klinge nach unten, um auch das Blutgefäß zwischen Kiemen und Herz zu durchtrennen.
Erst danach den Haken lösen
Doktere nicht am lebenden Fisch am Haken herum. Nach dem Betäuben und Abstechen spürt der Fisch es nicht mehr.
Das Maßband am Forellensee
An Vereinsgewässern und offenen Gewässern ist ein Maßband vorgeschrieben. Am Forellensee brauchst du es meist nicht, weil die Fische normalerweise in entnahmefähiger Größe besetzt werden. Ganz ausschließen lassen sich kleinere nachkommende Fische allerdings nicht.
Häufige Fragen
Grundsätzlich brauchst du zum Fischen in Deutschland einen Fischereischein. Da sich die Regeln für Forellenseen je nach Bundesland deutlich unterscheiden, solltest du dich vor dem Besuch über die örtlichen Vorgaben informieren.
Das hängt von den Bedingungen des Sees ab. Manchmal ist der erlaubte Fang im Kartenpreis enthalten, manchmal wird er am Ende gewogen und berechnet. Kläre das zusammen mit Fangbegrenzung, Rutenzahl, Haken und erlaubten Ködern, bevor du angelst.
Posenangeln gilt als klassische Einsteigermethode. Auch eine leichte Spinnrute mit kleinem Spinner oder eine Grundmontage mit auftreibendem Köder eignen sich für den Start.
Begriffe in diesem Artikel
- Put-and-take-Gewässer
- Ein Put-and-take-Gewässer ist ein bewirtschafteter Angelsee, in den Fische in entnahmefähiger Größe eingesetzt werden. Put and take heißt fangen und mitnehmen: Was Du hier fängst, nimmst Du zum Essen mit nach Hause.
- Hauptschnur
- Die Hauptschnur, auch Angelschnur oder Angelsehne genannt, ist auf der Angelrolle aufgespult und macht den Hauptanteil des Schnurmaterials beim Angeln aus.
- Vorfach
- Vorfach bezeichnet das etwas dünnere Schnurstück zwischen Hauptschnur und Haken. Es ist die Sollbruchstelle der Montage und verhindert bei einem Abriss den Verlust von viel Hauptschnur.
- Fluorocarbon
- Stabiles, sinkendes Schnurmaterial aus Fluorpolymeren, das das Licht ähnlich bricht wie Wasser und deshalb vom Fisch kaum wahrgenommen wird. Vor allem als Vorfach im Einsatz.


