Blutknoten binden: Einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung

Auf einen Blick
- Schnurtyp
- ähnlich dicke monofile Schnüre oder Fluorocarbon
- Überlappung
- etwa 15 bis 20 Zentimeter
- Wicklungen
- fünf bis sieben je Seite
- Vor dem Festziehen
- Knoten anfeuchten
- Vor dem Einsatz
- kräftiger Zugtest
Richtig gebunden ist der Blutknoten kompakt, sauber und zuverlässig. Der Blutknoten verbindet zwei ähnlich starke Schnüre, indem beide Schnurenden mehrfach um die jeweils andere Schnur gewickelt und anschließend aus entgegengesetzten Richtungen durch die Knotenmitte geführt werden. Danach wird der Knoten angefeuchtet und langsam zusammengezogen.
In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du den Blutknoten richtig bindest. Außerdem erfährst du, für welche Schnurarten er geeignet ist, wie viele Wicklungen sinnvoll sind und welche Fehler du vermeiden solltest.
Was ist der Blutknoten?
Der Blutknoten ist ein Angelknoten zum Verbinden von zwei freien Schnurenden.
Beim Binden werden beide Schnüre zunächst überlappend nebeneinander gelegt. Anschließend wickelst du jedes Schnurende mehrfach um die jeweils andere Schnur. Beide Enden werden danach aus entgegengesetzten Richtungen durch die kleine Öffnung in der Mitte geführt.
Beim Festziehen schieben sich die beiden Wicklungspakete aufeinander zu. So entsteht ein kompakter, annähernd symmetrischer Verbindungsknoten.
Der Blutknoten ist kein Knoten zum direkten Anbinden eines Hakens, Wirbels oder Karabiners. Dafür brauchst du einen sogenannten Ösenknoten, zum Beispiel den Clinch-Knoten, Palomar-Knoten oder Grinner-Knoten.
Wofür eignet sich der Blutknoten?
Der Blutknoten eignet sich vor allem für Verbindungen zwischen zwei ähnlich starken Angelschnüren.
Typische Einsatzbereiche sind:
- zwei monofile Angelschnüre miteinander verbinden
- monofile Schnur und Fluorocarbon verbinden
- eine monofile Hauptschnur mit einer ähnlich starken Schlagschnur verbinden
Seine größte Stärke spielt der Blutknoten aus, wenn beide Schnüre ungefähr gleich dick sind. Kleine Unterschiede im Durchmesser sind normalerweise kein Problem.
Bei stark unterschiedlichen Durchmessern kann sich der Knoten dagegen ungleichmäßig zusammenziehen. Die dünnere Schnur kann rutschen oder sich unter Belastung in das dickere Material einschneiden.
Wann ist der Blutknoten nicht die beste Wahl?
Der Blutknoten ist weniger geeignet, wenn:
- eine sehr dünne geflochtene Hauptschnur mit einem deutlich dickeren Vorfach verbunden werden soll
- beide Schnüre stark unterschiedliche Durchmesser besitzen
- du bei Wind, Kälte oder Dunkelheit schnell einen neuen Knoten binden musst
Für Schnüre mit stark unterschiedlichen Durchmessern sind häufig der Albright-Knoten geeigneter.
Für geflochtene Hauptschnur und Fluorocarbon kommen je nach Anwendung unter anderem der doppelte Grinner-Knoten oder der FG-Knoten infrage.
Für welche Angelschnur ist der Blutknoten geeignet?
Monofile Schnur
Für monofile Angelschnur ist der Blutknoten besonders gut geeignet. Die Oberfläche bietet ausreichend Reibung, und die leichte Dehnung der Schnur erleichtert ein gleichmäßiges Festziehen.
Bei zwei ähnlich starken Monofilschnüren sind meist fünf bis sieben Wicklungen je Seite ein guter Ausgangspunkt.
Fluorocarbon
Auch zwei Fluorocarbon-Schnüre oder eine monofile Schnur und ein Fluorocarbon-Vorfach lassen sich mit dem Blutknoten verbinden, sofern die Durchmesser ähnlich sind.
Fluorocarbon ist häufig steifer als gewöhnliche Monofilschnur. Deshalb müssen die Wicklungen besonders sauber nebeneinanderliegen.
Bei dünnem oder glattem Material können sechs bis acht Wicklungen je Seite sinnvoll sein. Entscheidend ist immer, dass sich der Knoten gleichmäßig zusammenzieht und einem kräftigen Zugtest standhält.
Geflochtene Schnur
Für geflochtene Schnur ist der klassische Blutknoten nur eingeschränkt empfehlenswert.
Geflecht ist glatt, sehr weich und besitzt kaum Dehnung. Dadurch kann die Schnur im Knoten rutschen oder sich ungleichmäßig in ein härteres Vorfachmaterial einschneiden.
Mehr Wicklungen allein machen die Verbindung nicht automatisch zuverlässig. Möchtest du geflochtene Hauptschnur mit Monofil oder Fluorocarbon verbinden, solltest du in der Regel einen dafür besser geeigneten Verbindungsknoten wählen.
Video-Anleitung: Blutknoten binden
Blutknoten binden: Anleitung in Schritten
Zum Üben benötigst du zwei Stücke monofile Schnur und eine scharfe Angelschere beziehungsweise einen Schnurknipser.
Lass die Schnurenden bei den ersten Versuchen ruhig etwas länger. Mit etwa 15 bis 20 Zentimetern Überlappung lässt sich der Blutknoten deutlich einfacher binden.

Schritt 1: Beide Schnüre überlappen lassen und erstes Schnurende umwickeln
Lege die beiden Schnurenden parallel und in entgegengesetzter Richtung nebeneinander.
Die Schnüre sollten sich etwa 15 bis 20 Zentimeter überlappen. Halte sie ungefähr in der Mitte der Überlappung mit Daumen und Zeigefinger fest.
Nimm das freie Ende der ersten Schnur und wickle es fünf- bis siebenmal um die zweite Schnur.
Arbeite von der Mitte nach außen. Die Wicklungen sollten sauber nebeneinanderliegen und sich nicht überkreuzen.
Bei sehr dünner oder glatter Schnur können ein bis zwei zusätzliche Wicklungen sinnvoll sein.

Schritt 2: Erstes Ende durch die Mitte führen
Führe das soeben aufgewickelte Schnurende zurück zur Knotenmitte.
Zwischen den beiden Schnüren befindet sich dort eine kleine Öffnung. Stecke das Ende durch diese Öffnung und halte es anschließend mit den Fingern fest.
Achte darauf, aus welcher Richtung du das Schnurende durchführst. Das zweite Schnurende muss später aus der entgegengesetzten Richtung durch dieselbe Öffnung geführt werden.

Schritt 3: Zweites Schnurende umwickeln
Nimm nun das freie Ende der zweiten Schnur und wickle es in die entgegengesetzte Richtung um die erste Schnur.
Verwende möglichst dieselbe Anzahl an Wicklungen wie auf der ersten Seite. Auch diese Wicklungen müssen sauber nebeneinanderliegen.
Halte die Knotenmitte weiterhin mit den Fingern fest, damit sich die erste Seite nicht wieder löst.

Schritt 4: Zweites Ende entgegengesetzt durchführen, anfeuchten und zusammenziehen
Führe das zweite Schnurende ebenfalls durch die Öffnung in der Mitte.
Wichtig: Es muss aus der entgegengesetzten Richtung durch die Öffnung geführt werden. Am Ende zeigen die beiden kurzen Schnurenden in unterschiedliche Richtungen.
Werden beide Enden von derselben Seite durch die Öffnung gesteckt, ist der Knoten falsch gebunden und kann sich unter Belastung lösen.
Feuchte die gesamte Knotenstelle mit Wasser oder etwas Speichel an. Dadurch verringerst du die Reibung beim Festziehen.
Ziehe anschließend langsam und gleichmäßig an den beiden langen Schnurenden. Die beiden Wicklungspakete bewegen sich dabei aufeinander zu.
Stoppe kurz, falls sich Wicklungen überschieben oder verkanten. Richte sie mit den Fingern aus und ziehe erst danach weiter.
Der fertige Blutknoten sollte kompakt und symmetrisch aussehen. Schneide die überstehenden Enden anschließend mit einer scharfen Schere oder einem Schnurknipser ab.
Lasse bei monofiler Schnur oder Fluorocarbon eine kleine Reserve von ungefähr zwei Millimetern stehen.
Wie viele Wicklungen braucht der Blutknoten?
Die passende Anzahl der Wicklungen hängt vom Durchmesser, der Steifigkeit und der Oberfläche der Schnur ab.
Als Ausgangspunkt kannst du dich an folgenden Richtwerten orientieren:
| Schnur | Richtwert je Seite |
|---|---|
| stärkere Monofilschnur | 4 bis 5 Wicklungen |
| durchschnittliche Monofilschnur | 5 bis 7 Wicklungen |
| dünne Monofilschnur | 6 bis 8 Wicklungen |
| Fluorocarbon | meist 5 bis 8 Wicklungen |
| geflochtene Schnur | klassischen Blutknoten besser vermeiden |
Die Tabelle liefert nur Richtwerte. Entscheidend ist nicht allein die Zahl der Wicklungen.
Die Wicklungen müssen sauber nebeneinanderliegen, der Knoten muss sich gleichmäßig zusammenziehen und die fertige Verbindung muss einem kräftigen Zugtest standhalten.
Blutknoten richtig festziehen
Beim Festziehen entstehen viele vermeidbare Fehler. Beachte deshalb diese Reihenfolge:
1. Kontrolliere, ob beide Schnurenden aus entgegengesetzten Richtungen durch die Mitte geführt wurden.
2. Prüfe, ob die Wicklungen sauber nebeneinanderliegen.
3. Feuchte den gesamten Knoten an.
4. Ziehe langsam an den beiden langen Schnurenden.
5. Beobachte, wie sich die Wicklungspakete aufeinander zubewegen.
6. Richte verrutschte Wicklungen vor dem endgültigen Festziehen aus.
7. Ziehe den Knoten erst am Ende mit kontrolliertem Druck fest.
8. Prüfe die Verbindung mit einem kräftigen Zugtest.
Zuckartiges Festziehen solltest du vermeiden. Dabei können sich einzelne Wicklungen überschieben oder das Schnurmaterial kann durch Reibung und punktuelle Belastung geschwächt werden.
Praxistipps für einen zuverlässigen Blutknoten
Übe den Blutknoten zunächst zu Hause mit gut sichtbarer und etwas dickerer Monofilschnur. Dünnes Fluorocarbon ist für die ersten Versuche unnötig schwierig.
Hilfreich sind außerdem:
- ausreichend lange Schnurenden
- gute Beleuchtung
- saubere und gleichmäßige Wicklungen
- ein scharfer Schnurknipser
- ein abschließender Zugtest
Kontrolliere die Verbindung auch während des Angelns regelmäßig.
Nach Hängern, starkem Kontakt mit Steinen oder Muscheln und intensiven Drills solltest du die Schnur oberhalb und unterhalb des Knotens auf raue, gequetschte oder beschädigte Stellen prüfen.
Ein beschädigtes Schnurstück solltest du konsequent entfernen und die Verbindung neu binden. Dadurch reduzierst du vermeidbare Abrisse und das Risiko, dass ein Fisch mit Köder und Schnurresten verloren geht.
Das brauchst du zum Üben
Zum Üben des Blutknotens reichen zwei Stücke monofile Schnur und ein Schnurknipser.
Für eine fertige Montage müssen Schnurart, Durchmesser und Tragkraft zur Angelmethode und zum Zielfisch passen.
Passende monofile Angelschnüre, Fluorocarbon-Vorfachmaterialien und Werkzeuge zum sauberen Kürzen der Schnur findest du im Fishing-King Shop.
Fazit: Kompakter Verbindungsknoten für ähnliche Schnüre
Der Blutknoten ist ein bewährter Verbindungsknoten für zwei ähnlich dicke Monofil- oder Fluorocarbon-Schnüre.
Für eine zuverlässige Verbindung müssen die Wicklungen sauber nebeneinanderliegen. Beide Schnurenden werden aus entgegengesetzten Richtungen durch die Mitte geführt, bevor der Knoten angefeuchtet und gleichmäßig zusammengezogen wird.
Bei geflochtener Schnur oder stark unterschiedlichen Durchmessern solltest du stattdessen einen geeigneteren Verbindungsknoten wählen.
Unabhängig vom verwendeten Knoten gilt: Prüfe die fertige Verbindung immer mit einem kräftigen Zugtest, bevor du die Montage einsetzt. So reduzierst du vermeidbare Abrisse und unnötige Fischverluste.
Häufige Fehler beim Blutknoten
Bei stark unterschiedlichen Durchmessern ziehen sich beide Seiten des Knotens nicht gleichmäßig zusammen. Die dünnere Schnur kann rutschen oder sich in die dickere Schnur einschneiden. Verwende in diesem Fall besser einen Knoten, der ausdrücklich für unterschiedliche Schnurdurchmesser geeignet ist.
Die beiden Schnurenden müssen aus entgegengesetzten Richtungen durch die mittlere Öffnung geführt werden. Zeigen sie nach dem Durchführen in dieselbe Richtung, ist der Knoten falsch aufgebaut.
Gekreuzte oder übereinanderliegende Wicklungen erzeugen ungleichmäßige Druckstellen. Der Knoten lässt sich dadurch schlechter festziehen und kann deutlich früher versagen. Öffne den Knoten und beginne neu, wenn sich die Wicklungen nicht sauber ausrichten lassen.
Trockenes Festziehen erzeugt starke Reibung. Das kann besonders monofile Schnur und Fluorocarbon beschädigen. Feuchte den Knoten deshalb immer an, bevor du ihn endgültig zusammenziehst.
Schneidest du die Enden direkt am Knoten ab, fehlt eine kleine Sicherheitsreserve. Lasse bei Monofil oder Fluorocarbon ungefähr zwei Millimeter stehen. Sehr lange Enden sind ebenfalls ungünstig, weil sie beim Wurf an den Rutenringen hängen bleiben können.
Auch ein optisch sauberer Knoten kann falsch gebunden sein. Prüfe jede neue Verbindung vor dem Angeln mit einem kontrollierten, kräftigen Zugtest. So erkennst du fehlerhafte Knoten, bevor ein Fisch durch einen vermeidbaren Schnurbruch mit Haken oder Köder verloren geht.
FAQ zum Blutknoten
Mit dem Blutknoten verbindest du zwei freie Angelschnurenden. Er eignet sich besonders für zwei ähnlich dicke monofile Schnüre oder für Monofil und Fluorocarbon mit vergleichbarem Durchmesser.
Ja, der Blutknoten ist für Anfänger geeignet. Er benötigt jedoch etwas mehr Übung als einfache Ösenknoten, weil beide Seiten sauber und möglichst symmetrisch gebunden werden müssen.
Bei durchschnittlicher monofiler Schnur sind fünf bis sieben Wicklungen je Seite ein guter Richtwert. Dünne, glatte oder besonders weiche Schnüre können zusätzliche Wicklungen benötigen.
Bei ähnlich dicken Schnüren sollten beide Seiten möglichst gleich viele Wicklungen erhalten. Bei leicht unterschiedlichen Durchmessern kann die dünnere Schnur eine zusätzliche Wicklung benötigen. Ein abschließender Zugtest bleibt immer erforderlich.
Ja, sofern beide Schnüre einen ähnlichen Durchmesser besitzen. Da Fluorocarbon häufig steifer als gewöhnliche Monofilschnur ist, müssen die Wicklungen besonders sauber liegen und der Knoten langsam festgezogen werden.
Eine solche Verbindung kann unter bestimmten Bedingungen funktionieren. Für Einsteiger ist der klassische Blutknoten dafür jedoch nicht die erste Empfehlung. Geflecht ist sehr glatt und besitzt häufig einen deutlich geringeren Durchmesser als das Fluorocarbon-Vorfach. Meist sind andere Verbindungsknoten zuverlässiger.
Kleine Durchmesserunterschiede sind möglich. Bei deutlich unterschiedlichen Schnüren solltest du besser einen Albright-, Alberto- oder einen anderen dafür geeigneten Verbindungsknoten verwenden.
Durch das Anfeuchten entsteht beim Festziehen weniger Reibung. Dadurch lassen sich die Wicklungen sauberer zusammenschieben und das Schnurmaterial wird weniger belastet.
Bei monofiler Schnur oder Fluorocarbon solltest du ungefähr zwei Millimeter stehen lassen. Schneide die Enden nicht unmittelbar bündig am Knoten ab.
Begriffe in diesem Artikel
- Monofile Schnur
- Eine einzelne Kunststofffaser. Sie dehnt sich unter Last und verzeiht dadurch Fehler im Drill — auf Kosten der direkten Rückmeldung.
- Fluorocarbon
- Schnurmaterial, das das Licht ähnlich bricht wie Wasser und dem Fisch deshalb weniger auffällt. Vor allem als Vorfach im Einsatz.
- Hauptschnur
- Die Schnur auf der Rolle — sie verbindet Rute und Montage und trägt die gesamte Last beim Drill.
- Vorfach
- Das dünnere, unauffälligere Schnurstück zwischen Hauptschnur und Haken. Es ist die Sollbruchstelle der Montage und schützt bei einem Hänger den Rest der Schnur.
- Geflochtene Schnur
- Aus vielen Fasern geflochten, nahezu dehnungsfrei und bei gleicher Tragkraft dünner als monofile Schnur. Jeder Kontakt kommt direkt an der Rute an.


