Praxistag Fishing-King Onlinekurs BW

Onlinekurs+Praxistag-Konzept in Baden-Württemberg überzeugt

Seit dem 1. Oktober gibt es in Baden-Württemberg das neue Ausbildungsmodell des Landesfischereiverbands BW, mit dem das bestehende Präsenzkurskonzept nun um den Onlinekurs mit verpflichtendem Praxistag ergänzt wurde.

In enger Kooperation mit den erfahrenen Ausbildern des Verbands startete der neue Kurs vom ersten Tag mit großem Erfolg und einer hohen Nachfrage durch all Diejenigen, die bis dato durch ihre zeitlichen Einschränkungen nicht an der Fischerprüfungsvorbereitung teilnehmen konnten.

Das Konzept steht auf zwei wichtigen Säulen: Dem zeit- und ortsunabhängigen Erarbeiten des theoretischen Wissens im Onlinekurs mit ergänzender App, bei dem der Teilnehmer selbst sein Lerntempo bestimmen kann.

Zweite Säule ist der 8-stündige Praxistag: Er stellt nicht nur das Beherrschen der Fanggeräten und -methoden sowie den waidgerechten Umgang mit dem Fisch sicher, sondern wird von den Teilnehmern als optimale Einführung ins Angelhobby geschätzt.

Praxistag Baden-Württemberg Fischereischein
Beim Praxistag werden alle praktischen Fertigkeiten vermittelt – vom Rutenbau über die Handhabung der Fanggeräte bis hin zur Angelpraxis und dem späteren Verwerten des Fangs

Praxistagleiter bestens vorbereitet

LFVBW-Ausbilderin Iris Weißer vom Kreisfischerei Verein Tübingen freut sich über den großen Zuspruch und die Begeisterung der Teilnehmer: „Da wir in unseren bisherigen Präsenzlehrgängen immer schon mehr Praxis angeboten hatten als gesetzlich vorgeschrieben, hatten wir hier schon einiges an Erfahrung. Trotzdem wurden die Vorgaben des Regierungspräsidiums und des Landesfischereiverbandes genau studiert um den Teilnehmern einen gelungenen Start in die Angelpraxis zu ermöglichen.“

Durch Corona gibt es aktuell natürlich außerdem noch einige Auflagen mehr zu beachten. Doch durch die Aufteilung in kleine Gruppen konnte den Hygienebestimmungen sehr gut entsprochen werden.

Rutenbau – ein Thema mit vielen Facetten

Der Ablauf ist durchdacht und sorgt dafür, dass die Teilnehmer maximalen Nutzen aus dem Praxistag ziehen können. „Nach der Begrüßung werden die Teilnehmer in Gruppen zu je 6 Personen verteilt. Danach startet jede Gruppe mit ihrem Referenten an einer der drei Rutentypen“, erläutert Iris Weißer. Beim Spinnfischen erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel alles Wissenswerte zum Aufbau der Rute, Verwendung verschiedener Rollenmodelle, die möglichen Einsatzgebiete. Dazu gab es Infos und Tipps zu den verwendeten Ködern, Angelknoten und anderem mehr.

Eine andere Gruppe beschäftigte sich derweil mit den unendlichen Möglichkeiten beim Grundfischen. Hier gibt es eine Vielfalt der Einsatzgebiete, was die Ausbilder anhand von verschiedenen Rutenaufbauten genau demonstrierten.

Die Posenrute war das Thema der dritten Gruppe. „Es ist kaum zu glauben, wie viele unterschiedliche Posen es heute gibt und wie sich die Angeltechnik entwickelt hat. Und dabei ist heute noch immer die gute alte Stachelschweinpose zu finden!“ fasst Iris Weißer zusammen.

Fishing-King Onlinekurs BW Praxistag
Die Praxistag-Teilnehmer üben sich in den Wurftechniken

„Spatzen haben Schonzeit!“

Nach der Mittagspause standen Wurftechniken und der waidgerechte Umgang mit dem Fang auf dem Stundenplan. Dies ist besonders wichtig, denn die Praxis lässt sich schlecht „trocken“ üben.

Übung macht bekanntlich den Meister: Nach anfänglichen Ausrutschern (Hänger, Container, Hund…) und dem Kommentar „Spatzen haben Schonzeit“ näherten sich die Würfe doch immer mehr dem Ziel und einige konnten bereits gute Erfolge erzielen.

„Es war schön zu sehen, wie die Teilnehmer Spaß daran hatten, sich hier immer
weiter zu verbessern,“ kommentiert die Ausbildungsleiterin zufrieden.

Waidgerechtigkeit steht im Mittelpunkt

Beim richtigen Drill und Landen des Fangs kommt es ebenfalls darauf an, praktische Erfahrungen zu sammeln, damit die Fische so schonend wie möglich behandelt werden – zumal wenn sie das Mindestmaß noch nicht erreicht haben und zurück gesetzt werden müssen.

Waidgerechtigkeit Fischerprüfung BW
Die waidgerechte Versorgung des Fangs muss sicher beherrscht werden – aber auch das Ausnehmen und Filetieren erlernen die Teilnehmer

Noch wichtiger ist sicherlich, den gefangenen, maßigen Fisch tierschutzgerecht zu betäuben und zu töten. Dies konnte jeder Teilnehmer an einem lebenden Fisch unter fachkundiger Anleitung lernen, um für den ersten Angelerfolg gut ausgebildet zu sein. Und da es ebenfalls wichtig ist, einen guten Grund für das Angeln zu haben – nämlich den Fisch als hochwertiges Lebensmittel zu genießen – kam auch die anschließende Verwertung einschließlich Ausnehmen und Filetieren nicht zu kurz.

Alles in allem überzeugt das Ausbildungskonzept sowohl die Teilnehmer als auch den Landesfischereiverband Baden-Württemberg und seine erfahrenen Ausbilder. Zufrieden resümiert Iris Weißer: „Wir freuen uns sehr, dass die Teilnehmer ihren Onlinekurs und den zugehörigen Praxistag sehr ernst genommen haben. Während des Praxistages haben wir immer wieder Wissen abgefragt und uns gefreut, dass wir fast immer die korrekten Antworten bekamen! Zudem haben sich sehr viele Teilnehmer bei uns bedankt, dass sie nun endlich die Möglichkeit haben, den Fischereischein zu machen, da sie meist aus beruflichen oder auch aus persönlichen Gründen den Präsenzkurs zuvor nicht machen konnten.“