Teil 1 Miniserie Feedern am Fluss

FEEDERN am Fluss – die Basics TEIL 1

Du willst mit dem Feedern  beginnen und suchst nach Tipps und Tricks für den perfekten Einstieg? Schritt für Schritt erfährst du in dieser Blog-Serie alles, was du rund um das Angeln mit Futterkorb & Co. wissen solltest.

Feedern kannst du bereits mit einer übersichtlichen Grundausstattung, selbst wenn du manche Angler mit jeder Menge Material am Wasser siehst. Die optimale Ausrüstung, die richtige Konsistenz der Futtermischung, zielgerichtetes Auswerfen und anderes mehr – das nötige Know-how vermitteln wir dir hier. In TEIL 1 erfährst du:

  1. Was ist Feedern?
  2. Was brauche ich zum Feederangeln?
  3. Die besten Angelplätze
  4. Das richtige Futter
  5. Die Basics für das Mischen
  6. Wie schwer? Das richtige Gewicht für den Futterkorb

Was ist Feedern?

Beim Feedern (vom Englischen: feeder = Futterkorb) angelst du auf Weißfische wie Rotaugen, Rotfedern, Barben, Brassen & Co. Mit einen futtergefüllten Metallkorb als Beschwerung kannst du nach dem Auswerfen am Grund einen regelrechten „Teppich“ aus Futter legen. Die Strömung nimmt außerdem etwas von dem Material mit und so entsteht eine attraktive Futterspur. Durch das hohe Wurfgewicht des Blei-beschwerten Korbes sind sehr weite Würfe möglich.

Die feine, gut sichtbar gefärbte Rutenspitze dient als Bissanzeiger. Die Spitzensensibilität wird in Unzen (oz.) angegeben und sollte zwischen 1 – 3 oz. liegen. 1 oz. ist die biegsamste und 3 oz. die starrste Spitze. Sie sind auswechselbar. In der Strömung empfehlen sich Spitzen aus Carbonfaser. In stehenden Gewässern sind auch Spitzen aus Glasfaser geeignet.

Feeder Spitzenaktion

Bei den Feederruten dient die feine Spitze als Bissanzeiger

Was brauche ich zum Feeder-Angeln?

Wenn du im Angelladen nach Feeder-Equipment suchst, wirst du von der Fülle der Möglichkeiten regelrecht erschlagen. Da summiert sich schnell die Rechnung. Bei der Zusammenstellung der Grundausrüstung hilft dir unsere Einkaufsliste, die du dir auch ausdrucken kannst:

  • Rute: Die Feederrute ist eine Steckrute mit (Wechsel-)Spitzen als Bissanzeiger. Bei einem Wurfgewicht zwischen 50 und 150 g und einer Länge zwischen 3,00 und 4,00 Metern ist die Stabilität der Rute sowie eine hochwertige Beringung besonders wichtig. Man unterscheidet:
  • Light Feeder (leicht): bis 50 g Wurfgewicht mit einer Länge von ca. 3,40 m
    Medium Feeder (mittel): bis 80 g Wurfgewicht mit einer Länge von ca. 3,80 m
    Heavy Feeder (schwer): bis 250 g Wurfgewicht mit einer Länge bis ca. 4,20 m
  • Rolle: Als Rolle empfiehlt sich ebenfalls ein robusteres Modell. Günstig sind größere Rollen – etwa 4.000er, 6.000er oder sogar 10.000er. Damit hast du eine höhere Geschwindigkeit beim Einkurbeln.
  • Schnur: Eine geflochtene Schnur (für Einsteiger ideal: 0,12er bis 0,14er) ist die beste Wahl. Da sie sich nicht dehnt, bekommst du auch feine Zupfer mit, erzielst mehr Weite und die Schnur bietet weniger Widerstand.
  • Futterkorb: Empfehlenswert ist ein vorgebleiter Futterkorb. Das Gewicht richtet sich danach, ob du am Hauptstrom oder in Bereichen mit weniger Strömung fischt.
  • Wirbel: Je nach Montage nutzt du Tönnchen-Wirbel oder Doppelkarabiner.
  • Vorfach/Haken: monofile Schlagschnur (0,30er bis 0,40er) und vorgebundenes Vorfach mit Haken (8 – 18er).
  • Futter: Fertige Futtermischungen oder eigene Mischung.
  • Köder: Maden, Caster, kleine Würmer sowie Mais, Hanf, etc.
  • 2 Eimer + Sieb
  • Rutenablage: Am günstigsten ist ein Dreibein oder guter Rodpod, damit du auch bei unregelmäßigen Untergründen eine sicher stehende Rutenablage hast. Steckrutenhalten sind zu instabil.
  • Kescher: Gummierte Kescher gelten als schonender für die Fische.
  • Zubehör: Maßband, Schlagholz, Messer und (Stab-)Hakenlöser benötigst du zum waidgerechten Versorgen der Fänge.
  • Nützliche Extras: Anti-Tangleboom (Alternativ kannst du die Schlaufenmontage nutzen).

Die besten Angelplätze

Suche dir Buhnenfelder mit Flachwasserbereichen, wo die Strömung nicht so stark ist. Im Winter, wenn die Wassertemperatur niedrig ist, suchen Fische übrigens oft Flachwasserstellen auf, da es dort etwas wärmer sind. Vorne am Buhnenkopf bist du nahe an der Strömungskante. Achte darauf, dass der Pegelstand nicht zu hoch ist. Gut sind 2,00 bis 3,00 Meter. Den Pegelstand kannst du erfahren unter www.elwis.de.

TOP-TIPP

Nutze Google und Google Maps, um dich vorab schon mal über die Wassertemperatur und ungefähre Tiefe deines Angelplatzes schlau zu machen. Daten zur Wassertemperatur kannst du googeln und über die Satelliten-Aufnahmen erkennst du recht gut, wo sich Flachwasserzonen befinden.

Das richtige Futter

Nicht nur das Futter an sich entscheidet über den Fangerfolg – auch die Jahreszeit spielt eine wichtige Rolle. Es macht einen Unterschied, ob du im Winter oder Sommer feederst. Der Gehalt und die Konsistenz deiner Futtermischung entscheidet darüber, ob du einen attraktiven Futterteppich auslegen kannst. Ziel ist es, die Fische an den Futterplatz zu Locken – sie aber nicht satt zu machen. Deshalb solltest du mit dem Partikelgehalt im Winter auch etwas sparsamer sein, denn in der Kälte ist der Stoffwechsel träger – die Fische sind schneller gesättigt und werden bissfaul.

TOP-TIPP

Je nach Jahreszeit sind die Futtervorlieben erfahrungsgemäß unterschiedlich. Im Winter kannst du zu herzhafteren Geschmacksrichtungen wie Fisch, Käse etc. greifen. Im Sommer sind fruchtigere, süßliche Noten oft fängiger.

Was gehört in den Futterkorb?
Feedern Futter

Das helle Basisfutter wird abgedunkelt, um es der Bodenfarbe anzugleichen.

  • Grundfutter: Als Basis dient eine fertige Futtermischung, die du in vielen Geschmacksrichtungen im Angelladen bekommst. Oft sind sie auf bestimmte Zielfische abgestimmt. Alternativ kannst du dir dein Futter natürlich selbst mischen – zum Beispiel auf Basis von Paniermehl
  • Gegebenenfalls Partikel zum Zusetzen: Grobe Futterbestandteile wie Maisbruch, Hanfsamen, Weizen
  • Lockstoffe: Du kannst die Attraktivität des Futters noch durch Zusetzen von Aromen oder Lockstoffen erhöhen. Im einfachsten Fall kannst du zum Beispiel Vanillezucker untermischen
  • Futterfarbe: Damit kannst du dein Futter abdunkeln, um es an die Farbe des Untergrunds anzupassen

TOP-TIPP

Die Färbung des Futters ist wichtig! Wähle tagsüber ein abgedunkeltes Futter (oder mische dunkeles Futter oder etwas Futterfarbe unter), um den Farbton an die Tönung des Untergrunds anzupassen. Das ist besonders bei klaren Gewässern oder hohem Komoran-Druck zu empfehlen, weil die Fische äußerst vorsichtig agieren. Abends ist ein helleres Futter angebracht.

Wieviel? Die passende Menge anmischen

Du fragst dich, wieviel Futter du vorbereiten solltest, um genug Mix für den Angeltag zu haben? Zwei bis drei Kilo sind erstmal eine gute Menge.

Feeder Futter mischen

Die Finger werden wie ein Quirl zum Mischen eingesetzt

Die Basics für das Mischen

Fülle alle trockenen Komponenten in den Eimer und füge Partikel und Lockstoffe hinzu. Mische alles grob durch. Nimm zunächst wenig Wasser und gieße bei Bedarf noch nach, um die richtige Konsistenz zu erhalten. Ideal ist eine feinkrümelige Beschaffenheit, die sich zu einem lockeren Ball zusammendrücken lässt.

  • Wenn du an fließenden Gewässern angelst, darf die Mischung feuchter sein, denn sonst wird es von der Strömung zu schnell ausgeschwemmt.
  • An Stellen mit wenig Strömung kann die Mischung ein kleines bisschen trockener sein. Dann bildet sich nach dem Auswerfen eine duftige Futterwolke.

WICHTIG: Lass‘ die Futtermischung unbedingt 10 – 15 Minuten ausquellen – sonst verklumpt der Mix und wird nach dem Auswerfen nicht optimal freigesetzt.

TOP-TIPP

Teste einfach die Futterkonsistenz, indem du eine Kugel formst und vor dir ins Wasser wirfst. Wenn sie schon beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche zerplatzt, ist die Mischung zu trocken. Ideal ist die Mischung, wenn die Kugel am Grund auseinander fällt.

Feeder Futter anfeuchten

Mit wenig Wasser beginnend kann die richtige Konsistenz des Futters erreicht werden.

Wie schwer? Das richtige Gewicht für den Futterkorb

Wie groß das Gewicht des Futterkorbes zu wählen ist, hängt von der Strömung ab. Je näher du an der Strömungskante angelst, um so höher musst du das Gewicht wählen. In der Strömung sind 130 g bis 150 g angeraten. Nicht vergessen: Das Gewicht des Futters muss mit eingerechnet werden (ca. 30 g bis 50 g). Beachte unbedingt auch das Wurfgewicht deiner Rute! Im Flachwasserbereich zwischen den Buhnen reichen 60 g bis 80 g meist aus.

Wichtig: Der Futterkorb muss schwer genug sein, damit er am Grund liegen bleibt und nicht von der Strömung mitgezogen wird. Als Regel gilt: So leicht wie möglich; so schwer wie nötig!

Feedern Rutenhalter

Auf unebenem Grund ist ein Tripod als Rutenablage besser geeignet als ein Steckrutenhalter

Wie du in der Strömung feederst – Auswerfen, Anfüttern und mehr erfährst du in TEIL 2 der Reihe

Wie hat dir TEIL 1 gefallen? Hast du Fragen oder Anregungen? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar! Schau dir unbedingt auch das Fishing-King Video-Tutorial zu dieser Reihe an