Knapp 380.000 Stimmen bei der Kampagne #ProtectWater – Danke für eure Unterstützung!

Die Kampagne #ProtectWater, die am 12. März endete, hat in den letzten Wochen und Monaten großes Aufsehen erregt. Fast 380.000 Menschen haben Flagge gezeigt und sich für saubere Gewässer und gesunde Fischbestände eingesetzt. In diesem Blogartikel klären wir euch über das finale Ergebnis der Petition sowie weitere Hintergründe dazu auf.

Worum geht es bei der Kampagne #ProtectWater?

Konkret dreht sich alles um die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie (kurz: WRRL). Das europäische Gesetz soll regeln, dass in Zukunft die Gewässer in Europa und damit auch Deutschland in einen “guten ökologischen Zustand” überführt werden. Darunter sind beispielsweise saubere Gewässer ohne Wanderhindernisse und gesunde Fischbestände zu verstehen. Zudem ist in der WRRL fest verankert, dass sich der gute Zustand eines Gewässers nicht mehr verschlechtern darf, sobald er erreicht ist.

Foto: DAFV, Olaf Lindner

Und wo liegt das Problem?
Auf dem Papier eine tolle Sache, jedoch scheiterte es bislang gnadenlos an der Umsetzung – vor allem in Deutschland. Die Frist für dieUmsetzung wurde bereits zwei Mal verlängert und läuft aktuell bis 2027. Nach über 15 Jahren, seit denen das Gesetz besteht, wurden bislang lediglich acht Prozent der deutschen Gewässer in den Zustand überführt, den das Gesetz vorsieht. Dadurch belegt Deutschland den drittletzten Platz in ganz Europa.

Nun soll das Gesetz wieder verlängert und sogar noch weiter aufgelockert werden, was für die Natur eine Katastrophe wäre. Um dies zu verhindern, haben sich über 100 Organisationen zusammengeschlossen und gemeinsam die Kampagne #ProtectWater gestartet bzw. unterstützt. Im Kern handelt es sich bei der Kampagne um einen Zusammenschluss der European Anglers Alliance, dem European Environmental Bureau, dem WWF und der European Rivers and Wetlands International. Gemeinsam agiert der Zusammenschluss als die Living Rivers EuropeKoalition. Da die EU die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) derzeit einem “FitnessCheck” unterzieht, also das Gesetz unter anderem auf Relevanz, Effektivität und Effizienz prüft, ist die Kampagne ein ideales Mittel, um auch die öffentliche Beteiligung der europäischen Bevölkerung einzubeziehen.

So sieht das Ergebnis aus


Nachdem die Kampagne #ProtectWater im Oktober 2018 startete, haben sich in rund sechs Monaten insgesamt fast 380.000 Menschen in Europa für die Naturausgesprochen und somit eindeutig gegen eine erneute Verlängerung und Auflockerung der WRRL gestimmt. Das muss ein klares Zeichen für alle Verantwortlichen sein.

Foto: DAFV, Olaf Lindner

So sieht es auch Dr. Christel Happach-Kasan, die Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV): „Es ist ein starkes Zeichen, dass sich 380.000 Europäerinnen und Europäer an der Kampagne beteiligt haben. Sie haben ihrenRegierungen laut und deutlich gesagt, dass sie die bestehenden Richtlinien nicht abändern, sondern nun endlich umsetzen sollen. Unsere Gewässer sind dieLebensadern in der Natur, ihr Erhalt ist unser aller Lebensgrundlage und damit nicht verhandelbar.”

Dass die Anglerschaft in Europa und gerade auch in Deutschland ein echtes Interesse daran zeigt, die Umwelt wieder zurück in naturnahe Verhältnisse zu führen, zeigt neben dem täglichen Einsatz an unseren Gewässern, der weit über das Angeln hinausgeht, die starke Beteiligung bei der Kampagne. Die meisten Unterstützer unter den Anglern in Europa kommen nämlich aus Deutschland.

Vielen Dank für euren Einsatz bei #ProtectWater

Als wir vor wenigen Wochen nochmal einen Aufruf auf allen Kanälen gestartet und für die Kampagne #ProtectWater geworben haben, haben wir nicht mit einer derart starken Unterstützung von euch gerechnet. So konnten wir mit eurer Hilfe nochmal mehrere tausend Stimmen für die Petition sammeln, wodurch wir letztlich auf fast 380.000 Unterstützer kommen. Euer Feedback war grandios und das zeigt uns nochmals auf, dass wir es in Deutschland mit einer nachhaltigen Anglerschaft zu tun haben, der die Natur sehr am Herzen liegt. Vielen Dank dafür, ihr seid klasse!

Was wird die Zukunft für die WRRL bringen?

Laut DAFV wird voraussichtlich im Herbst 2019 seitens der EU eine offizielle Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung folgen. Die finale Entscheidung, wie es mit der Wasserrahmenrichtlinie konkret weiter gehen soll, wird dann für das ersteHalbjahr 2020 erwartet. Die Living Rivers Europe Koalition, also der zuvor erwähnte Zusammenschluss hinter der Kampagne #ProtectWater, wird die weiteren Entwicklungen aufmerksam und kritisch verfolgen und sich weiterhin dafür starkmachen, die Interessen der rund 380.000 Unterstützer zu vertreten. Weitere Informationen findet Ihr in dieser Pressemitteilung des DAFV.

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