Magnetangeln – Jäger der verlorenen Schätze

Magnetangeln – Jäger der verlorenen Schätze

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Hafenbecken, Schiffsanleger, Verladeplätze und Brücken – gute Hotspots für den Beutezug mit dem Magneten

 

Was ist “Magnetangeln” und auf was solltet ihr unbedingt achten?

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Als Angler und Magnetangler wäre dies ein echter Glücksfund – fängige Raubfischköder

 

Wer bei Magnetangeln an Kirmes und Entchen-Angeln denkt, liegt völlig daneben: Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine neue Szene-Bewegung, die mit Hilfe leistungsstarker Magnete in Gewässern nach Versunkenem aus Metall sucht.

 

Tresore, Geldschatullen oder Weltkriegsgranaten sind dabei vermutlich weniger häufig. Aber dass schnell mal etwas in den Fluten verschwindet, kennt wohl jeder, der sich hin und wieder am Wasser aufhält. Und genau hier hoffen Magnetangler auf Beute. Der Spaß liegt darin, dass man nie weiß, was so alles am Magneten hängen bleibt. Bis hin zum Mofa reichten da schon die Fänge, die auch gern im Internet geteilt werden.

 

Magnetangeln – so geht’s

 

Das richtige Equipement

 

Kühlschrankmagnet an Bindfaden – auswerfen – Schätze heben…

So einfach ist es natürlich nicht. Um etwas größeres als Angelhaken oder Blinker an Land zu ziehen, benötigt ihr leistungsstarke Magneten. Diese gibt es mit unterschiedlicher Tragkraft als sogenannte “Berge-Magneten” im Fachhandel. Daran wird ein Seil befestigt, dass ihr bei den Anbietern dieser Magnete findet. Aber Achtung – hier lauern schon die ersten Fallen. Ihr solltet in der Lage sein, zugkräftige Knoten zu knüpfen, denn sonst ist der teure Magnet schnell selbst ein Fall für eine Bergung.

 

Was die besten Knoten sind und wie du sie schnell und einfach nachbinden kannst, erfährst du auf unseren Youtube-Channel oder in unseren Onlinekurs zur Fischerprüfung.

Hier gehts zu unserem Youtube-Channel:

 

Die Wahl des Ortes

 

Wo aber findet man jetzt das legendäre Rheingold oder die verschwundene Beute vom Bankraub? Hier ist gute Vorbereitung im Vorfeld angesagt. Denn es zählt natürlich nicht nur, wo die erfolgversprechendste Location liegt, sondern vor allem auch, ob man dort überhaupt rechtmäßig hin kann. Denn genauso, wie nicht jeder Sportangler einfach seinen Klappstuhl ans nächstbeste Ufer stellen darf, so müsst ihr natürlich wissen, ob ihr den Uferbereich betreten dürft.

 

Wichtig: Ihr müsst euch vor dem Magnetfischen zuerst die Erlaubnis des Gewässer-Inhabers oder Fischereivereins einholen. Sonst können euch hohe Strafen winken.

 

Das Auswerfen

 

Das Auswerfen selbst ist eine Kunst für sich, denn hier kann besonders viel schief gehen. Wer an Stegen oder Brücken sein Glück versuchen will, muss sich als erstes vergewissern, dass unter Wasser nichts verborgen ist, an dem der Magnet sich verfängt. Etwa Rohre, Steinhaufen, Pfähle oder ähnliches.

 

Vorsicht ist auch geboten, wenn Taucher unter Wasser sein könnten!!

 

Und dann wäre da natürlich noch eine unangenehme Nebenwirkung von Magneten: die löschen euch nämlich ganz fix Daten aus dem Smartphone oder der Kamera zum Teufel. Und auch die Chips von Kreditkarten mögen die Nähe von Magneten so gar nicht!

 

Wichtig ist, dass das freie Ende des Seils an Land gesichert ist – etwa in dem man es an einen Brückenpfosten, Baum, Laterne oder ähnliches anbindet. Auf eine Sicherung durch Anbinden am Gürtel, eine Handschlaufe oder nur durch Drauftreten mit dem Fuß solltet ihr aber verzichten, um keine unangenehme Überraschung zu erleben.

 

Anglerwissen ist unbedingt empfehlenswert

 

Auch wenn Magnetangeln nur wenig mit dem traditionellen Angelsport zu tun hat, ist es zu empfehlen, sich das Wissen für die Fischerprüfung anzueignen. Denn wer mit Magneten in Gewässern herumfuhrwerkt, kann auch eine Menge Schaden anrichten: In den Laichzeiten zum Beispiel ist für Angler das Fischen auf die betreffenden Arten tabu, da es das biologische Gleichgewicht empfindlich beeinträchtigen würde. Das sollten auch Magnetangler im Hinterkopf haben. Und: viele der rechtlichen Rahmenbedingungen, die für Angler gelten, sind auch für den Magnetangler gültig.

 

Ihr müsst euch auch im Klaren sein, dass die Magnetangelei den Gewässerboden in Mitleidenschaft zieht. Unterwasserpflanzen sind wichtige Brut- und Laichplätze für Fische und andere Lebewesen. Daher solltet Ihr eure Magnete nie in den bewachsenen Uferregionen auswerfen sondern es eher im tiefen profundalen Wasser (tiefe Gewässergrund-Zonen) probieren.

 

Aber zum Thema Naturschutz könnt ihr auch euren Teil beitragen, wenn ihr die “Fänge”, die für euch nicht interessant sind, anständig entsorgt. Wichtig: Man darf seine Fänge nicht wieder ins Wasser schmeissen. Man ist verpflichtet diese mitzunehmen. Sonst winken hohe Strafen vom Ordnungsamt.

 

MagNETIKETTE

 

Eigentlich versteht es sich ja von selbst: Eine gute Kinderstube sollte auch für den  Magnetangler selbstverständlich sein, damit alle Erholungssuchenden – ob Spaziergänger, Segler, Angler etc. – die Natur genießen können. Das Gespräch suchen ist immer gut. Da der Sport noch wenig bekannt ist, ist es sicher hilfreich, seine Mitmenschen ein wenig darüber aufzuklären, was man gerade treibt. Und vor allem natürlich Erkundigungen einholen, ob es überhaupt OK ist, dass man an der gewählten Stelle seinem Hobby frönt.

 

Und last but not least: Funde von Waffen oder alter Munition sowie offensichtlichem Diebesgut unbedingt bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle melden.

Wer beim Magnetfischen auf der sicheren Seite sein möchte oder in ein noch viel spannenderes Hobby eintauchen möchte, findet hier mehr Infos zu unserem Onlinekurs zum Angelschein.