Eric Otten

Wie bist du zum Angeln gekommen? Gab es Personen oder Ereignisse, die dich besonders geprägt haben?

Ich bin so lange ich denken kann immer mit Bezug zur Natur aufgewachsen, meinen ersten Fisch habe ich als Knirps im Alter von 4 oder fünf Jahren gefangen, damals mit meinem Vater im Forellenteich eines Bekannten. Ich glaube das war eine Rotfeder. Generell bin ich durch Leben auf dem Land und die Tatsache, dass mein Vater als Jäger mir schon früh sämtliche Tierarten gezeigt und beigebracht hat, schon mit dem Interesse an der Natur und ihren Bewohnern aufgewachsen. Ich habe schon lange vor dem Ablegen meines Fischereischeins alles gefangen und gesammelt, was mir über den Weg lief: Schlangen, Frösche, Fische, Krebse, eben alles was mich interessiert hat. Ob ich da mit der Hand, einem Kescher oder einer Rute ran musste, war mir egal. Meine ersten richtigen „Gehversuche“ im Angeln mit Rute, Rolle und echten Montagen habe ich dann später, wie sicher auch viele andere vor und nach mir, an einem nahe gelegenen Forellenteich gemacht. Zusammen mit Freunden oder meinem Cousin haben es mir da schon früh nicht nur die Satzfische, sondern speziell auch die Barsche angetan.

Was ist für dich das Besondere beim Angeln?
Eine Frage, tausend Antwortmöglichkeiten. Das lässt sich so kaum auf einen Faktor begrenzen. Natürlich das Erfolgserlebnis beim, bzw. nach dem Fang von einem Zielfisch, oder die Überraschung und Aufregung durch unerwarteten Beifang, aber auch die Ruhe beim Fischen alleine, die geteilte Freude und Euphorie, wenn man zusammen ein neues Gewässer erkundet, man selbst oder der Mitangler, bzw. Bootspartner einen neuen PB fängt, besondere Beobachtungen und Erlebnisse in der Natur, der Drillspaß, generell die Zeit draußen am Wasser, egal ob Fluss, See oder Meer, alles wäre für mich schon alleine Grund genug, ans Wasser zu gehen, alles zusammen macht das Ganze unverzichtbar.

Welche Angelmethoden haben es dir denn besonders angetan?
Ich bin ein oft sehr unruhiger, manchmal hektischer Mensch, Ansitzangeln ist deshalb nur selten bis gar nichts für mich. Deshalb konzentriere ich mich auf das aktive Angeln, dabei ist mir allerdings ziemlich egal, ob Spinn- oder Fliegenfischen. Hauptsache Bewegung, die genaue Methode mache ich dann von Gewässer und Zielfisch abhängig. Das kann dann durchaus auch mal Karpfenangeln mit Brotflocke sein, in den meisten Fällen beschränke ich mich aber auf Raubfische mit Zähnen. Ausnahme dabei:
Im Sommer ist für mich ein Ausflug zum Watfischen auf Barben und andere Weißfische mit leichter Fliegenrute schon fast Pflicht; Große, wunderschöne und vor allem auch extrem kampfstarke Fische bei sommerlichen Temperaturen vereinen eigentlich alles am Angeln, was mir gut gefällt.

Was war dein schönstes Erlebnis am Wasser?
Das Eine Erlebnis gibt es nicht. Mein erster Barsch über 40cm ist mir noch genau so lebhaft in Erinnerung geblieben, wie mein erster Zander, der erste Meterhecht meines Kumpels Marc, den ich ihm dieses Jahr landen konnte, ein Aland von 20cm der im Drill von einem Barsch nahe der magischen 50cm Marke vor meinen Augen gefressen wurde, das alles hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Meistens sind es vor allem Erlebnisse mit Freunden, die bestimmte Fänge oder Angeltage zu etwas Besonderem gemacht haben, sowie auch die ersten Fische einer Art, auch die bleiben ungeachtet ihrer Größe oder der Fangumstände immer etwas Besonderes.

Gab es denn auch Erlebnisse am Wasser, an die du dich nicht so gern erinnerst?
Natürlich gab es auch das, dazu gehören verlorene Fische, zerbrochenes Gerät, sowie auch abgerissene Köder. Ich erinnere mich allerdings lieber an die schönen Erlebnisse.

Welche Frage beim Angelschein hat dich damals besonders genervt?
Ich erinnere mich an keine spezielle Frage im Angelschein, die meisten Fragen konnte ich schon vor meinem Lehrgang problemlos beantworten, da ich etliche Bücher gewälzt und beinahe auswendig gelernt hatte, sowohl als Vorbereitung, als auch aufgrund meines generellen Interesses an Fischen und Wassertieren. Meine Hauptbaustellen in der Prüfung war soweit ich mich erinnere die Gesetzeskunde. Das fand ich als 13-Jähriger ziemlich nervig, hab es aber trotzdem bewältigt.

Hast du einen guten Tipp für alle, die sich auf die Fischerprüfung vorbereiten?
Erstmal: Keine Panik! Alles was man im Angelschein lernt ist machbar und keine Astrophysik.
Geräte- und Gesetzeskunde muss man auswendig lernen, Fische und Fischnährtiere behält man am Besten mit vielen Bildern. Ich finde aber, dass wir in unseren Breiten so wenig Fischarten haben, dass man die eigentlich mit ein bisschen Übung alle gut zuordnen kann.

Viel wichtiger als der Inhalt, ist meiner Meinung nach der Kurs selbst. Ich hatte damals einen Ausbilder, der zwar sicher sehr engagiert war, aber leider nicht wirklich jemand war, den ich als besonders geeignete Lehrperson empfand. Sucht euch unbedingt entweder einen Kurs, bei dem man das Gefühl hat, dass das Lernen und Zuhören leicht fällt und Spaß macht, oder lernt eben mit FK Online per Handy oder Computer, so dass man sich den Stoff und das Lerntempo auf die eigenen Bedürfnisse anpassen und personalisieren kann.

Welches anglerische Ziel möchtest du in deinem Leben noch erreichen?
Ich bin mit meinen 23 Jahren noch ziemlich jung und sollte daher noch genug Zeit haben, vieles zu erreichen, deshalb kommt einiges in Frage. Kurzfristig möchte ich mir den Traum vom Großhecht in meinem Lieblingssee erfüllen, Langfristig möchte ich unbedingt mal in warmen Gefilden Giant Trevallies, Tarpon und Snook fangen. Außerdem wären Golden Dorados oder andere coole Raubfische sicher ein Erlebnis! Eigentlich möchte ich aber in erster Linie so viele coole Fische wie möglich aus der Nähe sehen, das geht natürlich super, wenn man sie selbst fängt.
Ein weiteres Ziel ist es, meine Begeisterung für das Angeln in all seinen Facetten an viele Menschen weiterzugeben. Meinen Freunden oder interessierten Neulingen zu ihren ersten Angelerfolgen zu verhelfen bereitet mir große Freude und ich hoffe dass ich dazu in Zukunft viele Gelegenheiten haben werde.

Jetzt noch ein paar Standard- Fragen, die du wie aus der Pistole geschossen beantworten musst…

Lieblingsköder:

Stickbait

Lieblingsfisch beim Angeln:

Hecht, Rapfen, Forellen, Barben
Lieblingsfisch in der Küche:

Zander!

Lieblingsgewässer:

Große Seen

Schöne Flüsse, Forellen und Barbenregion

Angeltage im Jahr:

Keine Ahnung