Angelschein in Nordrhein-Westfalen machen

Der Weg zum Angelschein in NRW

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Ich würde euch ja gerne davon berichten, wie ihr in Deutschland einen Angelschein machen könnt. Da das Angeln in Deutschland allerdings von den einzelnen Bundesländern geregelt wird und jedes Bundesland hier sein eigenes Süppchen kocht, kann ich leider kein allgemein gültiges Rezept dazu schreiben.

Wer von euch in NRW so richtig Bock aufs Angeln mit all seinen spannenden und entspannenden Elementen hat, wird beim Blick in die Fischereigesetze zunächst einmal enttäuscht in die Röhre schauen. Denn um in NRW legal angeln zu können, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Aber keine Angst, wir von Fishing-King versuchen euch  mit diesem Artikel  einen Durchblick in den verwirrenden Behörden-Dschungel zu verschaffen.

1. Wie komme ich an den Angelschein?

Jeder, der sich von euch bereits mit dem Angeln beschäftigt hat, hat schon einmal vom so genannten „Angelschein“ gehört. Doch einen richtigen Angelschein gibt es so eigentlich gar nicht. Auch die blaue Karte, die gerne fälschlicherweise Angelschein genannt wird und die ihr nach der erfolgreichen Prüfung in eurem Bürgerbüro bekommt, reicht zum Angeln allein nicht aus.

Wenn ihr in NRW angeln wollt, müsst ihr

a) eine Fischerprüfung (Anglerprüfung) ablegen (anschließend gibt`s ein Prüfungszeugnis)

b) einen Fischereischein erwerben (diese blaue Karte, die ihr nach der Prüfung bei eurer Stadt oder Kommune bekommt –  natürlich nur gegen Vorlage des Prüfungszeugnisses)

c) den so genannten Fischereierlaubnisschein für eurer Wunschgewässer im Angelladen kaufen (gerne auch „Tageskarte“ oder „Jahreskarte“ genannt)

Hier nochmal zusammengefasst:

  1. Vorbereitungskurs machen (Onlinekurs oder Präsenzseminar)
  2. Fischerprüfung erfolgreich ablegen
  3. Fischereischein bei der Stadtverwaltung abholen
  4. Fischereierlaubnisschein im Angelladen fürs jeweilige Gewäßer kaufen

2. Wie lege ich die Fischerprüfung ab?

Für die Fischerprüfung muss man sich zum einen vorbereiten und zu anderen anmelden. In NRW bereiten wir von Fishing-King euch mit unterschiedlichen und praxisnahen Methoden optimal auf die Prüfung vor. Entweder mit unserem Onlinekurs oder unseren Wochenendkursen.

Um sich für die Prüfung anzumelden, müsst ihr euch bis spätestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin bei eurer Stadt oder Kommune angemeldet haben (per Mail oder persönlich im Bürgerbüro). Die Anmeldung bzw. die Prüfung kostet 50€. In den meisten Städten und Kommunen gibt es jedes Jahr nur ein oder zwei Termine. Wenn euch der Prüfungstermin aus irgendwelchen Gründen nicht zusagt, könnt ihr euch eine Ausnahmegenehmigung ausstellen lassen und die Fischerprüfung in einer anderen Stadt ablegen, bei der euch der Termin vielleicht eher anspricht. (Das genaue Vorgehen erklären wir auch in einem kurzen Video in unserer Onlineakademie.)

Welche Kosten auf euch zukommen, zeige ich euch hier:

a. Vorbereitungskurs (www.fishing-king.de)

b. Prüfungsgebühr (50€ – an die untere Fischereibehörde zu zahlen)

bb. Ausnahmegenehmigung (nur für die Prüfung in einer anderen Stadt = 15€)

c. Fischereischein (für 1 Jahr = 16€/ für 5 Jahre= 48€)

d. Fischereierlaubnisschein (Kosten von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich)

3. Was erwartet mich in der Fischerprüfung?

Die Prüfung besteht aus insgesamt 3 Teilen.

a. Theorie

b. Fischkarten

c. Rute zusammenbauen

Theorie

In der Theorieprüfung bekommt ihr einen Fragebogen mit insgesamt 60 Fragen (ausgewählt aus 359 Fragen) aus 6 verschiedenen Themengebieten:

– Allgemeine Fischkunde

– Spezielle Fischkunde, Fischkrankheiten

– Gewässerkunde, Fischhege

– Naturschutz, Tierschutz

– Gesetzeskunde

– Gerätekunde

Mindestens 45 Fragen müssen richtig sein, davon mindestens 6 Fragen aus jedem Fachgebiet. Hierfür habt ihr 90 Minuten Zeit.

Die 359 Fragen kannst du übrigens kostenlos mit unserer App dem „Angelschein Trainer“ üben. Für alle Smartphones verfügbar.

Fischkarten

Von 49 Bildtafeln werden euch 6 nach dem Zufallsprinzip vorgelegt, hiervon müssen 4 richtig benannt werden. Es zählt immer die erste Antwort. Ihr solltet euch also immer gut überlegen, welchen Fischnamen ihr sagt. Wenn ihr euch unsicher seid, legt ihr die Karte kurz zur Seite und beantwortet sie zum Schluss nochmal. 😉

Rute zusammenbauen

In der Prüfung wird euch nach dem Zufallsprinzip eine von insgesamt 10 Ruten zugeteilt, die ihr waidgerecht zusammenbauen müsst. Hier müsst ihr von 28 möglichen Punkten mindestens 25 erreichen. Dafür habt ihr nur 15 Minuten Zeit! Wenn ihr eine Rute zusammenstellt, die am Wasser nicht waidgerecht wäre (zum Beispiel wegen einer für den Zielfisch zu schwachen Schnur), seid ihr durchgefallen. In diesem Praxis-Teil fallen die meisten Leute durch.

Aber keine Angst, die Trainer von Fishing-King sind durchweg Profis, die euch perfekt auf die Prüfung vorbereiten.

4. Wie geht`s nach der Prüfung weiter?

Nach der Prüfung erhaltet ihr ein Prüfungszeugnis. Mit diesem und einem Passbild geht ihr anschließend zum Bürgerbüro. Dort bekommt ihr dann eure „blaue Karte“ (im Volksmund Angelschein). Ich empfehle euch, direkt den 5-Jahres-Fischereischein für 48€ zu nehmen. Diesen müsst ihr nämlich nur alle 5 Jahre verlängern und außerdem ist es etwas günstiger.

Wer nur einen 1-Jahres-Fischereischein nimmt, muss jedes Jahr erst mal zum Bürgerbüro düsen, um überhaupt Angeln zu dürfen. Und wer will schon jährlich zum Bürgerbüro?!

Mit eurer blauen Karte dürft ihr nun laut Gesetz angeln. Allerdings nur an Gewässern, wo dies auch erlaubt ist. In der Regel sind die meisten Gewässer im Besitz von Vereinen, Verbänden oder Privatpersonen. Um dort nun angeln zu dürfen, benötigt ihr dann noch einen Fischereierlaubnisschein. Dieser berechtigt euch, an einem Tag, einer Woche oder einem Jahr an dem jeweiligen Gewässer zu angeln. Diesen Schein bzw. diese Karten bekommt ihr meistens im örtlichen Angelgeschäft. Hin und wieder gibt’s diese aber auch an anderen Ausgabestellen (Tankstellen, Bäckereien, Vereinsheimen usw.). Im Internet könnt ihr euch hierzu schlau machen.

Ich empfehle euch als Anfänger auf jeden Fall die Mitgliedschaft in einem Angelverein. Mal davon abgesehen, dass ihr so neue Freundschaften schließen könnt, habt ihr als Vereinsmitglied oftmals exklusive Rechte an einigen Gewässern, die Tageskarteninhaber oftmals nicht haben (zum Beispiel Bootsbenutzung, Nachtangeln usw.). Selbstverständlich dürft ihr mit eurem blauen Schein auch in anderen Bundesländern angeln. Allerdings müsst ihr euch auch dort selbstständig um die Fischereierlaubnisscheine kümmern. Auf diesen Scheinen findet ihr übrigens auch immer die am Gewässer gültigen Regeln und Fangbegrenzungen.

Was kompliziert klingt, ist in der Praxis dann oft gar nicht so schwierig. Und glaubt mir, wer erst mal einen Angelschein gemacht hat, wird diesen sein Leben lang nicht bereuen.

Also, in diesem Sinne „Petri Heil und strammes Seil“.

Euer Dennis Siever

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